Sabine Bends: Das 3. Haus - Die Marketingabteilung des 1. Quadranten
Hier führt uns unsere Reise in das erste flexible oder bewegliche bzw. veränderliche Haus. Als letztes Haus eines Quadranten ist es die Aufgabe der flexiblen Häuser, das von den kardinalen Häusern (1,4,7,10) als Potenzial zur Verfügung Gestellte und von den fixen Häusern (2,5,8,11) konkret Umgesetzte zu verteilen und zu verwerten. Sie öffnen die Kanäle für eine Verwendung der Energie und schaffen eine Verbindung zu anderen Bereichen. Ihre Funktion ist die Überleitung, die Vermittlung zwischen bereits bekanntem und neuem Terrain.
Somit treten wir in den flexiblen Häusern mit unserer Umwelt in Beziehung, und es findet eine Wechselwirkung statt. Das flexible 3. Haus ist die Marketingabteilung eines jeden Quadranten – hier findet die Darstellung des zuvor Erarbeiteten statt und seine Einordnung in einen größeren Kontext.
Im 3. Haus, der Marketingabteilung unseres ersten Quadranten, vermarkten wir uns selbst. Wir stellen uns dort durch Mimik und Gestik dar, in diesem Haus zeigt sich unser körperliches Verhalten in der Umwelt. Es macht uns – zusammen mit unserer physischen Grundanlage – so unverwechselbar. Aus dem Grund passiert es mir nicht selten, dass ich die Charakteristika desjenigen Tierkreiszeichens an einem Menschen wahrnehme, das an der Spitze seines 3. Hauses steht. Wenn wir als professionelle Astrologen versuchen, den Aszendenten oder das Sonnenzeichen von jemandem zu erraten, dann brauchen wir dazu genauso viel Glück wie ein astrologischer Laie. Viel interessanter finde ich es, einfach zu erspüren, welche Energie uns bei einem Menschen ins Auge springt. Mal ist es vielleicht der Aszendent, mal die Sonne, mal eine Planetenballung in einem Zeichen, mal etwas ganz anderes, und nicht gerade selten ist es das 3. Haus.
Wir ergreifen unsere Umgebung, mit Händen und Füßen, mit Mimik und Blickkontakt kommunizieren wir mit unserem Umfeld. Und das sieht man. Aber das hört man auch. Durch unsere Stimme, durch die Sprache, die wir wählen, durch unsere ganze Art, mit Dingen und Menschen in Kontakt zu treten.
Jemand mit Uranus oder Wassermann im 3. Haus hat möglicherweise eine besonders spritzige Art zu kommunizieren, er springt auf jeden neuen Gedanken auf. Vielleicht fällt beim schwungvollen Gestikulieren schon einmal eine Vase um, aber dafür ist er mit Sicherheit ein interessanter Gesprächspartner.
Ein Mensch mit Skorpion oder Pluto im
3. Haus gestikuliert womöglich weniger, doch bei ihm kann man den Eindruck haben, er verleiht jeder seiner Gesten und Worte möglichst viel Gewicht. Vielleicht schaut er bei der Kontaktaufnahme sein Gegenüber eindringlich an oder versucht, seine Umgebung auf andere Art und Weise zu fesseln.
Die Energien des 3. Hauses dienen uns dazu, uns mit unserem Umfeld in Beziehung zu setzen. Das bedeutet aber auch, dass wir uns von unserem Umfeld abheben müssen, dass wir nicht unser Umfeld sind, sondern etwas Anderes, etwas Eigenes. Wir differenzieren in diesem Hause zwischen dem, was uns ausmacht, und dem, was unsere Umgebung ausmacht. Was sich in unserem 3. Haus findet, dafür haben wir einen besonderen Blick. Auf diese Eigenschaften und Fähigkeiten springen wir besonders an, sie erregen unser Interesse, weil es genau die Eigenschaften sind, die uns selbst helfen, uns zu präsentieren und zu artikulieren, uns bemerkbar zu machen.
Als Analogie zum Zeichen Zwillinge und zu Merkur hat das 3. Haus einen Bezug zu unseren Gedanken und deren Artikulation. Nun handelt es sich hierbei jedoch um ein Haus, nicht um einen Planeten oder ein Zeichen. Worin besteht also der Unterschied? Wenn Merkur in einem Tierkreiszeichen dafür steht, wie wir denken, sprechen, lernen, dann geht es im 3. Haus eher um einen Lebensbereich, eine Erfahrungs-ebene. Im 3. Haus sammeln wir im Laufe unseres Lebens besondere Erfahrungen mit der Welt der Gedanken und der Worte.
Dies beginnt bereits sehr früh, nämlich dann, wenn wir sprechen lernen. Wie in unserem Elternhaus Sprache benutzt wird, das prägt auch uns. Welche Themen werden dort besprochen? Wie redet man miteinander, welcher Umgangston wird gepflegt? Welche Erfahrungen machen wir selbst mit der Darstellung unserer Ansichten im Elternhaus, im Freundeskreis, in der Schule? Was uns interessiert, nehmen wir auf, das lernen wir. Unser Wissen prägt unsere Gedanken und unsere Gedanken prägen unsere Worte. Gedanken und Worte sind als geistige Energien die entscheidende Grundlage für die konkrete Gestaltung unseres Lebens. Es sind die unsichtbaren Grundlagen für sichtbare Erfahrungen, die wir machen. Was wir also durch Erfahrungen des 3. Hauses an Gedanken-gut und Wissen in uns aufnehmen und wieder von uns geben, ist schon der erste Schritt zu einer positiven oder negativen Erfahrung.
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Holger A. L. Faß: Das 4. Haus: Kontakt mit den eigenen Wurzeln
Widersprüchlich erscheint sie: die Astrologie. Man muss genau hinsehen, um die tiefe Weisheit zu erkennen, die sich in den scheinbaren Widersprüchen zeigt. Dann auf einmal erkennt man nicht mehr die trennenden Gegensätzlichkeiten, sondern man versteht, worin die Verbindungen bestehen, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Das IC, das Immum Coeli entspricht der Himmelstiefe. Dies ist bereits an sich ein widersprüchliches Wort, weil wir die Tiefe unter uns, den Himmel aber über uns erwarten. Die Spitze des 4. Hauses zeigt den dunkelsten Moment eines Tages an. Hier ist die Sonne weit entfernt davon, uns mit ihrer Strahlkraft zu erleuchten. Es ist tiefste Nacht. Im Tagesverlauf der Sonne stellt das 4. Haus den Zeitraum von ca. 22.20 Uhr bis 0.20 Uhr dar. Bei gleich großen Häusern kann man zwei Stunden pro Haus ansetzen – und da die letzten Grade des vorhergehenden Hauses bereits in das kommende Haus einzubeziehen sind, dauert der Zeitraum nicht von zehn bis Mitternacht, sondern die Phase Haus vier setzt entsprechend später ein. Es ist die Zeit des Zubettgehens (auch, wenn dies individuell ausgeprägt verschieden sein mag). Es ist der Moment, in der die Geisterstunde beginnt. Sollte der helle Mond uns kein Licht leuchten, ist es rabenschwarz vor Dunkelheit.
Gleichzeitig jedoch entspricht dieser Bereich im Ur-Horoskop dem Tierkreisabschnitt Krebs. Im Jahresverlauf zeigt sich die Krebs-Qualität durch ausgeprägte Helligkeit. Mit Eintritt der Sonne in den Krebs feiern wir Sommeranfang. Dieser Moment der Sommersonnenwende ist der längste Tag. In dem Kampf zwischen Licht und Dunkel kann es keinen größeren Erfolg für das Sonnenlicht geben, als eben an diesem Tag. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr leuchtet uns die Sonne so lange, wie zur Sommersonnenwende. Es ist eine Zeit besonderer Wärme und Leichtigkeit.
Der dunkelste Moment eines Tages – der hellste Moment eines Jahres. Das sind die Widersprüche, die sich mit dem vierten Haus verbinden. Das Licht entspricht einer Energie, die nach außen drängt. Sie will sich verströmen, verstrahlen. Bei Dunkelheit hingegen konzentriert sich alles auf Zusammenzug, Verengung. Es entspricht einem Energiefluss nach innen. Wenn gleich starke Energieströme nach außen und nach innen, also gegenläufig aufeinandertreffen, weichen sie zur Seite hin aus. Wir kennen dies als den Krebsgang.
Im Häuserverlauf ist das 4. Haus gleichzeitig das erste Wasserhaus. Wir können den Häuserverlauf als Entwicklungsweg verstehen – vom ersten Impuls, dem „Hier bin ich“ (Haus 1) bis hin zum Moment der Auflösung, dem „ich gebe mich hin“ (Haus 12). In Haus 4, dem Mitternachtspunkt, dem Moment, wo wir am deutlichsten mit uns selbst beschäftigt sind, keine Abwechslung, keine Ablenkung haben, werden wir uns unserer tiefen Gefühle bewusst. Das sagt nichts über deren Qualität aus. Stellen Sie sich vor, Sie liegen des nachts im Bett – schlaflos. Die Dunkelheit verhindert, dass sich die Augen an etwas festhalten können. Die Augen markieren die Kontrolle. Hier jedoch versagt dieselbe. Sie sind auf Ihre Phantasie angewiesen, um Gegenstände zu erkennen. Manchmal sieht ein Stuhl, eine Lampe, ein Kleidungsstück ganz anders aus: wie ein Tier, eine Blume, ein Gesicht. Die von den Gefühlen geleitete Phantasie schafft eine neue geleitete Phantasie, schafft eine neue Realität. Wie fühlen Sie sich in dieser Situation?
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Dr. Christoph Schubert-Weller: Kombination und Synthese – Die Kunst der Horoskopdeutung, Teil 5 2. Der erweiterte analytische Zugang zum Horoskop 2.1. Astrologisches Kombinieren
Planeten in Zeichen, Planeten in Häusern, Planeten in Aspekten zueinander – mit diesen drei Kombinationsmöglichkeiten wird jeder, der Astrologie lernt, gleich zu Beginn seiner Ausbildung vertraut.
Thomas Ring spricht von den drei „Hauptübungen der Kombination“. Zwar ist es für Ring unerlässlich, die „einzelnen Bestandstücke“ zu ermitteln. Doch die Deutung einer bestimmten Kombination ist kein Rezept, das stets dann angewandt würde, wenn eben diese Kombination in einem gegebenen Horoskop vorliegt.
„Nur sei uns bewusst“, schreibt Ring, "dass wir jeweils bestimmte Aussagen in die Hand bekommen, die als Bausteine des Ganzen von flexiblem Charakter sind und für die Endaussage nochmals durchdacht sein wollen“.
„Kombinieren“ heißt wörtlich „je zwei zusammen bringen“. Genau das tun wir, wenn wir astrologisch „kombinieren“. Wir bringen Planet und Zeichen, Planet und Haus, Planet und Planet „zusammen“. Wir tun das nicht beliebig, sondern weil dieses Kombinieren bereits eine spezielle Bedeutung hat. Und wir tun es um des „Wesens-ganzen“ (Ring) willen. Die speziellen Bedeutungen dieser einzelnen Kombinationsweisen für die Menschen- und Charakterkunde liegen im individuellen Ausdruck, in der Art und Weise der Lebensäußerung, im „Lebensstil“ eines Horoskop-Eigners (HE) (Planet und Zeichen), in der „Ausgliederung der Interessensphäre“ (Ring), der konkreten Gestaltungs- und Handlungsmotive beim Individuum (Planet und Haus), sowie in der individuellen Kräfte-, Gestaltungs- und Erlebnisdynamik des Individuums (Planeten im Aspekt zueinander). Man kann diese drei Bedeutungsebenen auch auf die grundlegenden Fragen nach dem Wie (Planeten in Zeichen), dem Was (Planeten in Häusern) und dem Wodurch und Wozu (Planeten im Aspekt zueinander) in einem Lebensentwurf und Lebensgang zurück führen.
Diese drei „Hauptübungen der Kombination“ sind ein nahezu unabdingbarer Bestand der astrologischen Arbeit, wenigstens, soweit es die klassische bzw. die revidierte klassische Astrologie betrifft. In dieser Art des Kombinierens liegt ein Teil der astrologischen Erfahrung beschlossen. Einmal ist es die Erfahrung, die aus der reichen astrologischen Kasuistik resultiert und die in zahlreichen systematischen Aphorismen- und Deutungsbüchern nieder gelegt ist. Dann aber ist es die Erfahrung, die sich jeder Astrologe selbst im beständigen Umgang mit diesen Bausteinen und ihrer Integration in Horoskope, ihrem Wiedererkennen in gelebtem Leben aneignet.
2.2. Die gegenwärtige Erweiterung von Kombination und Analyse
Nichtklassische astrologische Schulen verzichten unter Umständen auf eine oder mehrere dieser drei „Hauptübungen“. Das geht aber einher mit einer Erweiterung analytischer und kombinatorischer Möglichkeiten an anderer Stelle des jeweiligen Sysems. Die Ebertin-Schule (Kosmobiologie) etwa hat lange Zeit ganz auf den Gebrauch astrologischer Häuser verzichtet. Dafür macht die Kosmobiologie intensiven Gebrauch von der Halbsummentechnik.
Die schwerpunktmäßige Arbeit in be-
stimmten Teilen der Hamburger Schule mit dem so genannten 90-Grad-Kreis hat fast zwangsläufig zur Folge, dass Tierkreis und Häuser aus dem Blickfeld rücken. Umso wichtiger wird dann die Arbeit mit zusätzlichen Faktoren, im Fall der Hamburger Schule mit den acht so genannten Trans-neptunern, sowie die Arbeit mit der äußerst detaillierten Halbsummentechnik.
Wir erleben derzeit auch in der Klassik und in der psychologisch orientierten Astrologie einen beachtlichen Umbruch im Blick auf die analytischen Techniken und den Gebrauch der einzelnen Bausteine. Es wird verstärkt mit Kleinplaneten sowohl aus dem Asteroidengürtel wie aus dem Kuipergürtel gearbeitet.
Rechnerische Punkte wie Lilith, Priapus, Vertex und die Planetenknoten finden Eingang ins Horoskop. Die sensitiven Punkte, auch „Lospunkte“ oder „Lose“ genannt, werden mehr und mehr berücksichtigt, nachdem, vom Glückspunkt einmal abgesehen, die sensitiven Punkte jahrzehntelang, wenn nicht jahrhundertelang ein Schattendasein führten. Ähnlich wie die „Lospunkte“ werden andere, sehr alte analytische Ansätze und Techniken wieder entdeckt. Die große Beachtung, die die indische Astrologie derzeit im Abendland findet und die gegenwärtige Diskussion, ob der siderische oder der tropische Tierkreis zutreffend sei, zeigen zusätzlich, wie tief der Umbruch reicht.
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Dr. Peter Schlapp: Jederzeit kann alles – alles kann jederzeit zum Ereignis werden Prognose versus Metagnose
In keinem anderen Bereich der Astrologie prallen Allmacht und Ohnmacht der Astrologen so unvereinbar aufeinander wie auf dem Felde der astrologischen Prognose und Metagnose konkreter Ereignisse. Während wir bei entsprechender Seriosität und Feinfühligkeit nicht nur in der astrologisch-psychologischen Analyse, sondern auch in unseren besten Stunden in der prognostischen Beratung von Menschen nachweislich erstaunliche Erfolge erzielen, versagen unsere Instrumente bei der Prognose konkreter mundaner Ereignisse.
Unsere Erfolge in der prognostischen Beratung von Menschen verdanken wir einerseits einem noch in uns lebendigen Rest einer zutiefst seelischen Identifikation mit den symbolischen Mustern einer vorliegenden Planetenkonstellation in der Radix und den zeitlichen Auslösungen eines Horoskops und deren weitgehend intuitiver Übersetzung. Andererseits erspüren und erahnen wir in unseren besten, erleuchteten Augenblicken aus einer uns mit einem anderen Menschen verbindenden Seelenverwandtschaft den Weg, den die betroffene Seele individuell gehen will und können ihn auch in konkrete Bilder fassen. Wir versagen jedoch beim Versuch, den Weg unserer kollektiven Seele und den Weg, den der Kosmos und in ihm unser irdisches Zeitgeschehen gehen möchten, in vergleichbarer Art und Weise zu prognostizieren. Die Ursache dafür liegt darin, dass unsere individuelle mit unserer kollektiven seelischen Identität nicht mehr übereinstimmt. Wir haben uns der uns gemeinsamen kosmischen Seele entfremdet, schwingen nicht mehr mit im allumfassenden Rhythmus der Natur und des Universums.
Wie jeder Stein, jede Pflanze und jedes Tier, wissen eigentlich auch wir Menschen, was wir eigentlich werden wollen und sollten. Im Gegensatz zu ihnen verhalten wir uns jedoch nicht wie Geschöpfe Gottes oder des Kosmos, sondern wie Schöpfer. Die Natur fügt sich in den Bestand der sechstägigen Schöpfung und ruht wie der Schöpfer am und im siebten Tag. Aus dieser jedoch nicht statischen, sondern un-endlich produktiven Ruhe generiert sie nicht nur ihr nach Jahrmillionen zählendes Überleben, ihre dauerhafte Schönheit, sondern auch ihren eigenen Erhalt und Fortbestand und die unendliche Vielfalt ihrer Funktionen im vitalen Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte. Im weitesten Sinne verkörpert sie den venusischen Anteil und Auftrag der Schöpfung. Sie nimmt die Schöpfung in Liebe an. Und sie tut dies selbst dort, wo sie auf den ersten Blick marsisch um ihre Existenz kämpft. Alles in ihr fühlt sich als Teil der Schöpfung und teilt sich die Schöpfung. Alles in ihr will nicht mehr werden, als die göttliche Bestimmung ihnen zugewiesen hat. Sie sind für sich selbst und für ihre Umwelt berechenbar.
Im Gegensatz dazu wir Menschen. Uns scheint diese produktive Ruhe des siebten Tages nicht gegönnt zu sein. Unser biblischer, christlich-jüdischer Schöpfer-Gott selbst reißt uns mit seinem Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ aus dieser Ruhe und zwingt uns damit in einen gleichsam achten Schöpfungstag. Aus dem Geschöpf Mensch soll ein Schöpfer-Mensch, ein Gott werden. Aber kann der Mensch zu einem Gott werden? Im gnostischen Sinne doch höchstens zu einem Demiurg, zu einem Handwerker. Einem Schöpfer also, der mit seinen Händen und nicht aus dem Geiste schafft. Alleine der Mensch maßt sich an, die göttliche Schöpfung nicht mehr nur venusisch anzunehmen, sondern auch marsisch wollend und marsisch schaffend in ihren Bestand einzugreifen.
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Dr. Baldur R. Ebertin: Uranus im Tierkreiszeichen Fische Dimensionen der Interpretation individuell und kollektiv im Laufe von 10 Jahrhunderten (2. Teil)
Im ersten Teil dieses Beitrags befassten wir uns mit einem Teil der Uranus-Zyklen, die innerhalb von rund 1000 Jahren 12 mal das Tierkreiszeichen Fische durchliefen. Mit dem Jahr 2003 begann ein neuer Uranus-auf durch dieses Zeichen. Aus kosmobiologischer Sicht können Fragen entstehen wie z. B.:
1. Was kann Uranus für sich selbst bedeuten? 2. Was kann das Tierkreiszeichen Fische für sich selbst bedeuten? 3. Wie können wir die Interpretation für Uranus und Fische miteinander kombinieren?
Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich versucht diese Fragen zu beantworten. Eine weitere Frage ist nun, wie sah bisher das Leben von Menschen aus, in deren Geburtsbild Uranus im Zeichen Fische stand oder aus diesem Zeichen heraus markante Transite dazu im Laufe des Lebens fällig wurden.
Im Geburtsbild von Martin Luther befand sich Uranus zwar noch im Zeichen Schütze, aber nachdem er in das Zeichen Fische eingetreten war und von da aus wichtige Transite ausgelöst hatte, finden wir in Luthers Leben eine intensive Auseinandersetzung mit religiösen Themen, wobei der Eintritt in das Kloster, seine späteren Predigten und Schriften bis hin zu den berühmten 95 Thesen und die Bibelübersetzung, die äußere Zeichen der außerordentlichen Stationen seines Lebens sind.
Phillipp Melanchthon
Als Melanchthon, der wohl wichtigste Mitarbeiter Luthers, der auch die sog. Confessio Augustana verfasste, am 16. Februar 1497 geboren wurde (gestorben 19. April 1560), befand sich Uranus noch auf 15°22’ Wassermann (Horoskop S. 34).
Aber als er im extrem frühen Alter von nur 12 Jahren, was damals wie heute außer-gewöhnlich war, 1509 an der Universität in Heidelberg aufgenommen wurde und dort u. a. Griechisch und Theologie studierte, befand sich Uranus gerade noch in den letzten Graden des Zeichens Fische. Die mit dem Zeichen Fische und dem Lauf des Uranus in diesem Zeichen verbundenen Interpretationen, die oben genannt wurden, haben Melanchthon allem Anschein nach von frühen Jahren an über sein ganzes Leben lang begleitet:
Vorstoß in die Vergangenheit zu alten Kulturen und Religionen. Altes Wissen neu beleben wollen.
Sehr prägend dürften für Melanchthon die letzten beiden Jahre vor der Aufnahme in die Universität gewesen sein. Uranus in Fische bildete zu dieser Zeit ein Quadrat zum MC Zwillinge und eine Opposition zum Aszendent Jungfrau. Der Wirkung von Uranus im Zeichen Fische, verbunden mit den persönlichen Punkten Aszendent und Medium Coeli, dürften damals bereits die religiöse Einstellung des außerordentlich intelligenten jungen Melanchthon wesentlich mit beeinflusst haben:
Uranus im Transit zum MC/Zwillinge und in Opposition zum AC/Jungfrau.
Die religiös und charismatisch wirkende Persönlichkeit von Melanchthon kann sich in der sehr individuellen Aspekt-Struktur von MC/Zwillinge im Halbsextil zu Chiron/ Stier und im Sextil zu Vesta/Widder und im Quadrat zum AC/Jungfrau darstellen: Eine in ihrer Art auf Genauigkeit und Klarheit Wert legende Persönlichkeit mit flexiblen Lebenszielen hat eine charismatische und priesterliche Ausstrahlungskraft.
Hinzu kommt MC/Zwillinge im Quintil zu Mond/Jungfrau und zu Saturn/Widder sowie im Biquintil zu Pluto/Skorpion.
Wegen der sprachlich und literarisch bestimmten Lebensziele und der damit verbundenen Verpflichtungen für eine Vielzahl von Menschen werden persönliche Gefühle und Emotionen bewusst zurückgehalten.
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Karl Weber: John F. Kerry: Chance für Amerika, Hoffnung für die Welt? Eine Analyse im 45°-System
Zwar dürfte es für eine verbindliche Festlegung der persönlichen Punkte MC und AC im Geburtsbild des Mitbewerbers um das Amt des US-Präsidenten, Senator John F. Kerry, trotz einiger inzwischen vorliegender biografischer Publikationen noch zu früh sein, dennoch erlauben die bisher bekannten Details eine astrologisch fundierte Einschätzung seiner Chancen, die Spekulationen tunlichst vermeidet.
Ob wir die von der Mutter stammende Geburtszeitangabe 7.10 MWT am 11. Dezember 1943 in Denver/Colorado als Ausgangspunkt benutzen, wie es hier ge-schieht, oder den Informationen aus dem engeren persönlichen Umfeld den Vozug geben, was hieße 8.03 MWT zugrunde zu legen, spielt nur eine untergeordnete Rolle, denn folgende Planetenbild-Struktur ist in beiden Fällen mit einem Sonnenbogen vom 61°57’31“ (Abb. 1) am Wahltag (2.11. 2004) für Kerry vorhanden:
Pluto t / Mondknoten t (11°01’) = Jupiter v / Uranus v (11°09’) = Sonne (11°07’)
Damit liegen, zeitgebunden in der Radix-Sonne, die ja den Geborenen selbst als körperliche Erscheinung betrifft, die Aussagen „glückliche Lösung von Spannungen“ und „Verbindung mit vielen Menschen“, wie es für einen Politiker zwangsläufig der Fall ist, insbesondere wenn ein so herausragendes Amt angestrebt wird.
Wenden wir uns nun kurz dem Horoskop des noch amtierenden Präsidenten, George W. Bush, zu, der am 6. Juli 1946 um 6:25:30 EST in New Haven/Connecticut geboren wurde (eine geringfügige Korrektur ergab sich nach der Gefangennahme Saddam Husseins), dann zeigt sich am Wahltage mit einem Sonnenbogen vom 55°55’21“ein ganz anderes Bild, nämlich:
Mars v / Saturn v (13°49’) = Saturn v / MC v (13°42’) = Sonne (13°47’)
und das heißt: Hier wird einer Entwicklung ein ganz energisches Halt geboten, das fast einem Todesurteil gleich kommt, da Mars/Saturn ja unter entsprechenden Umständen als todesbezüglich gilt. Auf alle Fälle erfährt hier die Sonne als Trägerin des Lebens und der Tatkraft eine empfindliche Einschränkung.
Diese sich lediglich auf den kosmischen Zustand der Radix-Sonnen gründenden Feststellungen ermöglichen in gedrängter Form bereits eine Abschätzung der Aussichten beider Kontrahenten, wobei deutlich wird, wer die Gunst der Stunde auf seiner Seite hat.
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Lothar de Decker: Karma-astrologische Lebensplan-Analysen
Die Begegnung mit einer jungen Frau im Sommer 1984 hinterließ nicht nur einen unauslöschlichen Eindruck, sondern auch die intuitive Gewissheit, in tiefer Verbundenheit als Geisha und als Samurai in einer vergangenen Inkarnation in Japan gelebt zu haben.
Wie lässt sich ein solches Ereignis karma-astrologisch deuten? Bisherige Untersuchungen zum Thema Reinkarnation interpretieren vor allem rückläufige Planeten in Zeichen und Häusern, die Mondknoten und deren Aspekte sowie die Dekanate.
Auf die Idee, Horoskope jedoch wortwörtlich zu nehmen kam ich, als ich meinen Namensvetter, den Asteroiden Lothar, genau an der Stelle in meinem Radix entdeckte, an der ich aufgrund meiner eigenen Biographie eigentlich einen Planeten erwartet hatte. Daraufhin berücksichtigte ich bei der Analyse meines Reinkarnationserlebnisses Asteroiden (abrufbar unter www.astro.com), die namentlich den Personen sowie den Symbolen und Orten meiner inneren Sicht entsprachen. Die Übereinstimmungen waren höchst signifikant.
Um festzustellen, ob die astrologisch sinnvollen Aussagen bezüglich der Namenskorrespondenzen auf einem Zufall beruh-
ten, untersuchte ich die Horoskope der amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln und John F. Kennedy, da deren Biographien merkwürdige Parallelen aufweisen.
Schon die Geburtshoroskope der Präsidenten (Abb. 1: Abraham Lincoln, 12.2. 1809, 1.15 LMT = 6.58 GMT, Hodgenville, 85°44’ W / 37°34’ N im Vergleich mit John F. Kennedy, 29.6.1917, 15.00 EST = 20.00 GMT, Brookline/MA 71°07’ W / 42°20’ N) zeigen eigenartige Namensentsprechungen und Kreuzkorrespondenzen.
Im Radix von Lincoln sehen wir eine Konjunktion der Sonne mit dem Asteroiden Dallas (8084)* – der Ort, an dem Kennedy ermordet wurde – und im Radix von Kennedy eine Konjunktion von Sonne und Asteroid Lincoln (3153). In der Synastrie der beiden Präsidenten steht der Vertex (sensitiver Beziehungspunkt) von Lincoln mit dem südlichen Mondknoten und dem Asteroiden Karma (3811) Kenne-dys in enger Konjunktion. Mary Ann Todd war die Ehefrau Lincolns – und der Asteroid Mary (2779) verweist auf diesen karmischen Zusammenhang: Mary Kon-junktion südlicher Mondknoten. Auch der Asteroid Washingtonia (886) in Konjunk-tion mit Lincolns Radix-Asteroiden Karma und Jacqueline lässt zumindest eine weitere karmische Verbindung ahnen. Kennedys Uranus auf Lincolns Sonne und Asteroid Dallas braucht man wohl kaum zu kommentieren!
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Beatrix Braukmüller: Künstler-Horoskope – Salvador Dalí
er Beruf des Künstlers, insbesondere des Malers, hat Bezug zur Venus, die für Kunst, Ästhetik, Formgebung, aber auch für Liebe und Gefühl im Sinne von Empfindungen und Sinnlichkeit steht. Venus genießt den Augenblick, sie hat etwas mit Lust und Unlust zu tun, mit Begehren und mit dem Herstellen von Harmonie.
In der Malerei geben die Künstler nicht nur ihre Eindrücke wieder. Sie malen nicht nur das, was sie sehen, sondern drücken auch ihre Gefühle und Empfindungen in ihren Werken aus.
In den meisten Horoskopen von Malern ist Venus stark gestellt: 1. Sie befindet sich oftmals im eigenen Zeichen Stier oder Waage oder 2. die Zeichen Stier und Waage sind stark besetzt. 3. Oftmals findet man den Aszendenten Stier oder Waage in Künstler-Horoskopen. 4. Venus empfängt zahlreiche Aspekte, spannungsreiche wie harmonische: In den meisten Künstler-Horoskopen sind z. B. Venus-Jupiter-Aspekte vorhanden, die u. a. für ein gutes Farbempfinden stehen oder auch die Sonne-Venus-Konjunktion. 5. Venus steht in der Dominanz, insbesondere am MC oder im 10. Haus oder 6. sie hat Aspekte zu den kardinalen Achsen. 7. Venus hat meistens auch Bezug zu den Berufshäusern 2, 6 und 10, in denen sie entweder zu finden ist oder deren Herrscher sie vielfach ist.
Bei Albrecht Dürer (*21.5.1471, 10.25 LMT, Nürnberg) steht Venus als Herrscherin vom MC Stier im 10. Haus Zwillinge, im Quadrat zu Jupiter.
Bei Caspar David Friedrich (*5.9.1774, 3.30 LMT, Greifswald) ist Venus ebenfalls Herrscherin vom MC Stier und bildet ein Quadrat mit Jupiter im 10. Haus und mit der MC-IC-Achse.
William Turner (*23.4.1775,1.15 LMT, London) hat Venus am IC Stier in Konjunktion mit Jupiter.
Franz Marc (*8.2.1880, 22.00 LMT, München) wurde mit Venus als Herrin vom AC Waage im 3. Haus Steinbock im Sextil zu Jupiter geboren.
Bei Lyonel Feininger (*17.7.1871, 11.04 GMT, New York) befindet sich Venus als Herrin vom IC Waage und vom eingeschlossenen Zeichen Stier im 10. Haus im
2. Haus Jungfrau im Sextil zu Jupiter in 12 Krebs, genau wie
Pablo Picasso (*25.10. 1881, 23.15 LMT, Malaga), bei dem Venus jedoch im 3. Haus Waage steht.
Bei allen Malern ist Venus stark aspektiert.
Salvador Dali
Ich möchte intensiv auf den Beruf des Künstlers bei Salvador Dalí eingehen, der am 11. Mai 1904 um 8.45 MEZ in Cadaques/Figueras (Spanien) geboren wurde.
Salvador Dalí war einer der bekanntesten und umstrittensten Maler der Moderne, einer der selbstherrlichsten und exzentrischsten Künstler seiner Zeit. Aber er war auch einer der faszinierendsten Maler, denn er war der absolute Individualist, innerlich und äußerlich, was er auf den ersten Blick durch seinen extravaganten, gezwirbelten Schnurrbart kundtat. Am 11. Mai 2004 jährte sich Dalís 100. Geburtstag.
Bevor ich den Künstler und seine Persönlichkeit vorstelle, möchte ich zuerst einen Blick auf sein Horoskop werfen und versuchen, die Konstellationen so neutral wie möglich zu deuten ohne ganz genau zu wissen, welches Schicksal sich tatsächlich dahinter verbirgt. Da ich ein ambivalentes Verhältnis zu Dalí und seiner Kunst hatte, habe ich auch zuerst die Horoskopanalyse erstellt und anschließend Dalís Biografie gelesen.
Der Blick auf das Horoskop
Alle Planeten, außer Uranus, befinden sich in der oberen Hälfte. Es handelt sich also um eine extrovertierte Persönlichkeit, die ihren Selbstausdruck in Gruppen oder in Interessengemeinschaften findet (SO im 11. Haus) und darüber ihr Selbstwertgefühl stärken kann (SO als Herrscher vom 2. Haus). Da sich 8 Planeten – dazu beide Lichter – im 4. Quadranten befinden, dürften Beruf, Karriere und Freundschaften eine wichtige Rolle im Leben dieses Horoskop-Eigners (HE) spielen. Der Krebs-Aszendent und die Stier-Betonung weisen jedoch auch darauf hin, dass die Familienbindung von großer Bedeutung war. Mit der starken Stier-Betonung (SO-ME-MA-Konj. und VE) ist eine bodenständige und sinnliche Persönlichkeit mit praktischer Veranlagung, Ausdauer, Geduld und Genuss-liebe zu erwarten, für die materielle Werte und das Streben nach Sicherheit von Bedeutung sind. Humor, Gestaltungskraft, Sinn für Formen und Interesse an Kunst zeichnen diesen HE aus, der künstlerisch begabt sein könnte und den Luxus liebt (SO und VE). Auch im Denken (ME) und Handeln (MA) ist der HE bedächtig und ausdauernd, lässt sich aber nur schwer von seiner Meinung abbringen (ME) und braucht hin und wieder einen Anstoß, um aktiv zu werden und seine große Arbeitskraft, den anhaltenden Erwerbstrieb und eine gute Portion Eigensinn und Wider-spenstigkeit zum Einsatz zu bringen (MA). Die Konjunktion von Sonne, Merkur und Mars lässt auf eine subjektive Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit schließen (SO-ME), die ein starkes Geltungsbedürfnis sowie Durchsetzung- und Entschlusskraft mit selbstzerstörerischen Zügen hat (SO-MA) und schlagfertig bis streitsüchtig sein kann (ME-MA), wenn sie gereizt wird oder um ihre Sicherheit fürchtet.
Diese ausgeprägte Stier-Mentalität wird einerseits durch den Widder-Mond als Herrscher vom AC Krebs am MC aufgerüttelt: Die Neigung zu Impulsivität und Übereifer macht sich in der Öffentlichkeit und im Beruf bemerkbar, auf den die Mutter (MO) sicher Einfluss hatte – oder später die Ehefrau. Der Drang nach öffentlicher Anerkennung und der Wunsch nach Beliebtheit sind dem HE ein seelisches Bedürfnis. Andererseits wird die Sonne-Merkur-Mars-Konjunktion durch das Quadrat zu Saturn im 8. Haus Wassermann stark eingeschränkt: Die Persönlichkeit ist in ihrem Selbstausdruck (SO-SA) entweder verunsichert oder in ihrer Entwicklung gehemmt, wobei Lebensangst eine Rolle spielt. Sie neigt zu einer pessimistischen Einstellung und vorgefassten Meinung (ME-SA), kann sicher nicht immer alles wunschgemäß durchsetzen, weil der Wille (MA) auf Widerstand (SA) stößt, was viel Energie kostet, und zur Schwächung der körperlichen Kraft führen kann.
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Lianella Livaldi Laun: Federico Fellini: La Voce della Luna – Die Stimme des Mondes
Der Einfluss des Mondes im Traum ich lebe in einem Traum, der die Realität des Filmes ist. Sobald der Film beendet ist, beginnen wieder die Angst und meine wahren Probleme.“
(TV-Aktuell, Interview mit Federico Fellini vom 14.1.1995, S. 27)
Der berühmteste italienische Filmregisseur beschrieb sich selbst auf diese Weise vor einigen Jahren. Fellini verstand es meisterhaft, absurde Situationen zu schaffen, die ans Irrationale grenzten. In seinen Filmen erwachen immer wieder Traumgestalten zum Leben, die seine Arbeit inspirierten. Seine erotischen Phantasien entzünden sich an nahezu grotesk-opulenten Frauengestalten, und diese tauchen in zahllosen Werken des Regisseurs immer wieder auf. Fellini begann seine Laufbahn vor über 50 Jahren. Er schrieb Sketche für Varieté-Komiker, zeichnete Comics und arbeitete für den italienischen Rundfunk. Dabei lernte er Giulietta Masina kennen, die seine Gefährtin fürs ganze Leben werden sollte. Seine ersten Filme hatten einen klaren Handlungsverlauf, nach einem rationalen und durchkonstruierten Plan.
Erst 1963 kam sein unverwechselbarer Stil in „8 1/2“ voll zum Ausdruck. Fellini fand damit zu einer neuen schöpferischen Ausdrucksweise. Traum und Wirklichkeit vermischen sich in diesem surrealistischen Film. Fellini schien sich dabei von der alltäglichen Realität zu lösen und das nächtliche Element und die Kindheitserinnerungen aufleben zu lassen, die wie die Träume zum Symbolkreis des Mondes gehören.
„8 1/2“ ist ein einzigartiger und autobiografischer Film (wie eigentlich alle Werke Fellinis, in denen wir immer persönliche Anmerkungen und Erinnerungen finden). Sein liebster Schauspieler, Marcello Mastroianni, verkörpert hier einen Regisseur, der sich gerade in einer schöpferischen aber auch persönlichen Krise befindet. Weder seine Arbeit noch die Frauen, die ihn lieben, können ihm bei der Bewältigung seiner Lebenskrise helfen. In diesem Film spielt auch die Schauspielerin Sandra Milo, die seine offizielle Geliebte war. Neben der Beziehung zu seiner Ehefrau Giulietta Masina hat Fellini auch lange ein Verhältnis mit Sandra Milo gehabt.
In „8 1/2“ entsprachen die Kostüme des Hauptdarstellers im Stil der Kleidung Fellinis in jenen Jahren. Die Kritik bezeichnete diesen Film als genial und sah darin den Höhepunkt im Schaffen des Regisseurs. Er beginnt mit einem Traum: Guido (Mastroianni) träumt, er sei in einem Verkehrsstau steckengeblieben, und während er aus seinem Autofenster schimpft und flucht, steigt sein Wagen plötzlich in die Luft und entkommt so dem Stau. Doch anstatt sich frei und froh zu fühlen, bemerkt Guido, dass er doch noch mit einem Fuß auf der Erde haftet und sich nicht weiter erheben kann. In „8 1/2“ überschneiden sich Träume und Tagträume, und der Regisseur hatte ursprünglich den Titel „Die große Verwirrung“ vorgesehen.
Als ich als junges Mädchen den Film zum ersten Mal sah, war auch meine Reaktion zunächst Verwirrung. Ich war an Filme mit einem logischen Handlungsaufbau gewöhnt und verstand folglich kaum etwas. In „Schiff der Träume“ vermengen sich ebenfalls Traum und Phantasie. Eine Szene des Films hat ihren Ursprung in einem Traum Fellinis, der aus früheren Jahren stammt, als er „Giulietta und die Geister“ drehte: „Giulietta befindet sich allein mitten in einem leeren Raum: die Filmkamera dreht sich auf dem Wagen um sie herum, und der Kamerawagen ist voll schnatternder Leute, Spaßmacher. Ich versuche, Befehle und Anweisungen zu geben, aber der Lärm, den die Leute auf dem Wagen machen, übertönt meine Stimme.
Schließlich fallen alle zu Boden. Vielleicht bedeutet der Traum, dass ich dem Thema ausweiche und dass die Gefahr eines allgemeinen Misserfolgs besteht. Ich empfand die Stimmung eines Schiffbruchs und bin mit einem beklemmenden Gefühl der Unruhe aufgewacht.“
Fellinis Biograf verweist in seinem Kommentar auf „Das Schiff der Träume“: “Es ist aufschlussreich, dass in diesem Traum bereits das Schreckensbild des Schiffbruchs auftaucht, das auf ein Fahrzeug, beladen mit Spaßmachern, bezogen und nicht weit entfernt ist von der ,sultifer navis’ in Hieronymus Boschs berühmtem Bild, das den Regisseur später zu ,Das Schiff der Träume’ inspirierte.“
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Gabriel E. Affentranger: Der unaspektierte Planet Mars Der unaspektierte Planet: Das Einzelkind bzw. der Einzelgänger
Ein unaspektierter Planet kann eine Art „Einzelkind“ sein und dadurch zum Brennpunkt der Aufmerksamkeit werden. Auch das Bild des Einzelgängers ist durchaus zutreffend. In der Familie der Planeten im Horoskop ist das so, als sei eine von zehn Personen isoliert. Diese nicht eingebundene Person ist ein Einzelgänger, sie steht außerhalb der Gemeinschaft, wenn auch nicht gerade ausgeschlossen. Sie findet für ihre Kraft keine Verbindung im Außen, kann ihre Kraft nicht an den Kräften anderer Familienmitglieder messen und findet auch keine Ergänzung. Diese Person wird dann ihren eigenen Weg gehen, vielleicht einfach mal drauflos. Nicht, dass dieses isolierte Familienmitglied keine Kraft hätte, eher im Gegenteil, da es vogelfrei und ungebunden ist. Aber der eigene Ausdruck bleibt unreflektiert und ist nur schwer im Sinne eines sozial erwünschten Verhaltens zu kontrollieren und zu steuern.
Die normale Entwicklung eigener Kräfte und Wesensanteile beinhaltet ja, dass diese von Zeit zu Zeit aneinander geraten und sich im Widerstreit befinden. Dann geht es unruhig zu, vielleicht wird sogar gekämpft, bis schließlich der gemeinsame Weg gefunden ist. Beide Teile erkennen so ihre Kräfte und sehen, dass ein Kompromiss beiden dienen kann. Diese Entwicklung führt zwar zu Krisen, aber diese Krisen bringen einen weiter. Über Umwege der Verständigung kann aus dem Verschiedenen das Gemeinsame wachsen. Das braucht seine Zeit, jeder muss erst den anderen begreifen und in sich verstehen. So verständigen sich die Kräfte, reiben sich aneinander, keine ist mehr für sich allein tätig. Ein absolutes Durchsetzen einer der zehn Teile über alle anderen gibt es nicht mehr.
Einem unaspektierten Planeten ist eine solche Entwicklung verwehrt; er kann sich nicht messen und nur schwer wird er lernen, Rücksicht auf andere zu nehmen und Gemeinsamkeiten zu schätzen. Wenn ein nicht eingebundener Planet aktiv ist, wird er immer etwas Egoistisches haben und zuerst einmal sich selbst wichtig nehmen.
Der Schalter für eine starke Energie
Ein Planet ohne Aspekte kann ziemlich intensiv und eindeutig in seinem Ausdruck erscheinen, da seine Energie nicht durch andere Planeten, die durch andere Tierkreiszeichen wirken, gefärbt wird.
Da keine anderen Häuser beteiligt sind, wird dieser Planet seine Manifestation auf ein spezielles Gebiet konzentrieren. Dort verschmelzen keine Prinzipien miteinander und daher wird der natürliche Ausdruck des Planeten offensichtlich auch nicht modifiziert. Planeten ohne Aspekte werden nicht dazu angeregt, sich in der vielschichtigen Weise aspektierter Planeten auszudrücken. Das Prinzip eines isolierten Planeten neigt dazu, entweder aktiv oder inaktiv zu sein, wobei es keinen Mittelweg gibt. Der Horoskopeigner neigt dazu, das Planetenprinzip willkürlich wie einen Schalter an- und abzustellen oder sieht sich gezwungen, dies unwillkürlich geschehen zu lassen. Als Schlussfolgerung bleibt, dass, aufgrund dieses schwankenden Charakters, die Kraft der unaspektierten Planeten sehr schwer zu ermitteln ist.
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