Leseprobe aus Heft: 23/2005

Dr. Bernhard Firgau:
Gibt es Straßen-Horoskope?
Streit um die Rudi-Dutschke-Straße in Berlin
 

Die Geschichte der Städte lässt sich auch am Schicksal ihrer Straßen und Plätze ablesen. Sieger schreiben nicht nur Geschichte, sie beschriften auch die Schilder von Straßen und Plätzen neu. Da kommen natürlich die neuen Machthaber und ihre Helfer zum Zug, während die alten schnell verschwinden.

Wo gibt es heute wohl noch Hitler- und Stalinstraßen etc.? Dabei steht die Hauptstadt des Landes, Berlin, im Mittelpunkt des Interesses.

Wir sollten in diesem Zusammenhang aber nicht nur an Kriege denken, sondern auch an die ganz normale Zivilgesellschaft. Städte ehren hochverdiente Bürger gerne mit einem Straßennamen. Bürgermeister oder Industrielle, die für den Wohlstand der Stadt gesorgt haben, stehen als lokale Größen allen voran. Die Symbolkraft einer Namensgebung ist stark und es wird manchmal heftig darüber gestritten.

In jüngster Zeit diskutieren nicht nur die Berliner über eine Umbenennung der in Berlin gelegenen Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße. Koch war ein Berliner Bürgermeister, der sich um die Bebauung verdient gemacht hat. Heute ist nicht einmal mehr sein Geburtsdatum aufzutreiben. Die Kochstraße führt am rückwärtigen Teil des Springerverlages vorbei.

Das Pikante ist, dass der Studentenführer Rudi Dutschke (*7. März 1940 um 23:50 MEZ in Schönefeld, Quelle: Standesamt via Manfred Gregor) bei den 68er-Unruhen und das Verlagshaus Axel-Springer („Bild-Zeitung“) erbitterte politische Gegner waren. Die so genannte Springer-Presse wurde wegen ihrer polemischen Berichterstattung von der politischen Linken für das Attentat auf Dutschke am 11. April 1968 mitverantwortlich gemacht, bei dem dieser schwer verletzt überlebte.

Symbolisch noch bezeichnender ist: Die im gleichen Viertel liegende Axel-Springer-Straße und die künftige Rudi-Dutschke-Straße würden sich sogar kreuzen. Wir können nun sehen, dass der Namenspatron astrologisch mit dem nach ihm benannten Objekt verbunden ist, genau genommen mit dem Horoskop der Namenserteilung für die Straße. Die zum Jahreswechsel 2004/2005 aufgeflammte Diskussion fand während der Jupiter-Opposition zum Radix-Jupiter Dutschkes statt.

Axel Springer (*2. Mai 1912 um 10:00 MEZ in Hamburg, Quelle: Tony Bonin) findet posthum Fürsprecher, die die Umbenennung der Straße als Affront gegen ihn verstehen. Während Dutschke mit seiner aktuellen Jupiter-Opposition einen schweren Stand hat, tut sich Springer leichter. Zwar wandert Mars in der Zeit dieser Diskussion eilig über seinen Radix-Jupiter, aber der Transit-Jupiter bildet zum RadixJupiter in Axel-Springers Radix gleichzeitig ein Sextil. Dort steht Jupiter in Schütze sogar im Domizil. Beide, Dutschke und Springer, haben für ihre gesellschaftspolitischen Überzeugungen (Jupiter) alle Hebel in Bewegung gesetzt. Schauen wir genauer hin, erkennen wir, dass in der Synastrie ihr jeweiliger Jupiter im grad-genauen Trigon, also im gleichen Winkel zueinander steht wie die beiden Straßen. Denn der Blick in den Stadtplan zeigt annähernd trigonale Winkel.

Der für die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Kreuzberg am 26. Januar 2005 anberaumte und dann vertagte Termin für die Namensgebung zeigt uns dann einen „Finger Gottes“. Diese Yod-Figur sieht aus wie eine zum Victory-Zeichen erhobene Hand und besteht hier aus Transit-Jupiter auf 19° Waage im Quinkunx einerseits zu Dutschkes Radix-Sonne auf 17° Fische und zur anderen Seite auf dem Radix-Uranus auf 19° Stier am DC. Hier sollte ein revolutionärer Geist (Sonne-Uranus) seine Anerkennung (Jupiter) finden.

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Petra Ruers:
Das 9. Haus – Wie Phönix aus der Asche

Nachdem wir uns mit den Grenzerfahrungen, die das 8. Haus für uns bereitgehalten hat, auseinandergesetzt haben, können wir nun das 9. Haus betreten.

Wie Phönix aus der Asche steigen wir aus den Tiefen des 8. Hauses auf und stellen uns die Frage nach dem Sinn der Mühen, die das tägliche Leben uns aufbürdet. Wir möchten nun unseren Horizont erweitern, aber nicht, um eine gesellschaftliche Spitzenposition zu bekleiden, sondern um den größeren Zusammenhang, in den unser Leben gebettet ist, erkennen zu können.

Die Betrachtung des 9. Hauses liefert uns Informationen über unser Bedürfnis nach Expansion und Ausweitung unseres Horizonts, über die Art, wie wir diesem Bedürfnis Ausdruck verleihen und auch darüber, was wir diesbezüglich von unserer Umwelt erwarten.

Das 9. Haus informiert uns konkret über (weite) Reisen und Studien und unsere Einstellung dazu. Das Reisen ist hierbei allerdings nicht unbedingt wörtlich zu nehmen, es kann sich auch um gedankliche Reisen handeln, in denen versucht wird, das Neue und Fremde in unser Leben zu integrieren, um so zu einem umfassenderen Welt- und Sinnbild zu kommen.

Das 9. Haus ist der Bereich des Horoskops, in dem es um Religion und Philosophie geht, um die Frage nach dem Warum unserer Existenz. Die Schmerzen, die das im 8. Haus Erlittene uns zugefügt hat, lassen sich leichter ertragen, wenn wir begreifen, warum wir sie erleiden mussten.

Der Prozess der Bewusstwerdung, der im 8. Haus begonnen hat, kann im 9. Haus dazu führen, dass wir Fakten und Erscheinungen in einem größeren Zusammenhang sehen können und erkennen, dass wir bisher nicht im Einklang mit unserem Selbst und den Gesetzen der Existenz gelebt haben. Diese Erkenntnis und ein Befolgen der Gesetze können dann die Leiden verringern, die wir im 8. Haus erfahren haben.

Es hat den Anschein, dass wir Menschen ohne eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn nicht (über)leben können und dass wir Ideale brauchen und Regeln, nach denen wir unser Leben einrichten.

Unabhängig davon, ob wir daran glauben, dass es etwas wie einen göttlichen Plan gibt, in dem jeder seinen festgelegten Platz hat oder ob wir davon überzeugt sind, dass wir uns unseren eigenen Lebenssinn schaffen müssen – das 9. Haus ist der Ort, an dem wir nach der höheren Ordnung und nach dem Sinn unseres Daseins suchen.

Während das 3. Haus beschreibt, wie wir Informationen sammeln, gibt uns das 9. Haus Auskunft darüber, wie wir diese Informationen zu einem Ganzen zusammenfügen.

Im 3. Haus geht es um unseren konkreten Verstand (Merkur). Das 9. Haus hat mit dem Teil unseres Geistes zu tun, der zu Abstraktionen und bildhaften Prozessen fähig ist. Jupiter als Herrscher des 9. Hauses steht hier für die Fähigkeit, ein bestimmtes Ereignis mit Sinn und Bedeutung zu füllen. Fakten werden im 3. Haus gesammelt, die Schlüsse aus diesen Fakten ziehen wir im 9. Haus: Isolierte Tatsachen werden in einen größeren Zusammenhang gestellt und vielleicht auch als Folge höherer Organisationsprinzipien gesehen.

Auf der neurobiologischen Ebene betrachtet, ergänzen sich das 3. und
das 9. Haus analog zu unseren beiden Gehirnhälften. Während die linke Gehirnhälfte (das 3. Haus) für das begriffliche Denken, die rationale und logische Darstellung der Wirklichkeit und das Erfassen von Einzelheiten zuständig ist, übernimmt die rechte Hälfte (das 9. Haus) das bildliche Denken und stellt Bedeutungszusammenhänge und Sinngefüge her, die weit über das in Worten Formulierbare hinausgehen. Wenn wir uns das begriffliche Denken als die einzelnen Töne einer Melodie vorstellen, dann ist das bildliche Denken die Melodie des Lebens.

 

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Monika Heer:
Das 10. Haus mit Mann und Maus

Das 10. Haus beginnt mit dem Medium Coeli, der Himmelsmitte, die astronomisch dem höchsten Stand der Sonne im Verlauf des Tages entspricht, High Noon im Horoskop.

Das Medium Coeli, abgekürzt MC, konfrontiert uns mit einer zunächst schwer verständlichen Tatsache, denn das Lebensziel, die letztendliche Bestimmung unseres Daseins erscheint offenbar von Beginn an festgelegt. Ich erinnere mich an meine Anfänge mit der Astrologie und die Irritationen, die ich durchlebte in dem Versuch, mein MC zu begreifen und dabei gleichzeitig menschliche Willensfreiheit und Gestaltungspotentiale mitzudenken.

Nun, das ist jetzt über zwanzig Jahre her und mittlerweile meine ich sogar, Wolfgang Döbereiners „Weg der Aphrodite“ verstanden zu haben. Im zehnten Band seiner Flumserberger Seminare erklärt der Meister in gewohnter Manier, also assoziativ und –  mit Verlaub gesagt – ohne jegliche Gliederung und Struktur, dass der Weg vom AC zum MC auch rückwärts gelesen werden kann. Über das 12. und 11. Haus kann ich ins 10. Haus gelangen und dabei gleichzeitig solch hehre Begriffe wie Schicksal verstehen, die gottgewollte Fügung enträtseln.

Im realen, wirklichen und gelebten Leben ist diese Abkürzung jedoch nicht erlaubt. Ich bewege mich, dem Fluss des Lebens folgend, automatisch zum MC hin. Und wandere dabei durch die untere Hälfte des Horoskops. Und nicht zuletzt ist die Himmelsmitte mit Beginn des Häusersystems am AC festgelegt. Ob ich es will oder nicht, das Leben – oder anders ausgedrückt – mein eigenes inneres Gesetz zwingt mich, dieses Ziel zu erreichen. Und um mein Lebensziel zu erreichen, meine Bestimmung zu verstehen, muss ich mich allen Widrigkeiten des Lebens in den neun vorhergegangenen Häusern stellen. Alles klar, liebe Leserinnen und Leser?

Nein? Gut, dann nehmen wir uns den zweiten Schlüsselbegriff zum 10. Haus einmal vor: Beruf und Berufung, also die Arbeit, die nicht zwecks Geldverdienen getan wird, sondern die ein Mensch leistet, weil er oder sie einen Ruf hört, sich gerufen und damit berufen fühlt. Im besten Falle ist dies genau die Arbeit, mit der wir unseren Lebensunterhalt bestreiten; häufiger jedoch ist die Motivation für eine Existenzsicherung im zweiten oder im sechsten Haus zu finden.

Diese Tatsache weist auf den engen Zusammenhang von Beruf(ung) und Selbstverwirklichung hin, der sich wiederum näher erschließt, wenn die psychologischen Dimensionen des 10. Hauses ausgeleuchtet werden.

Aber oh Schreck, erneute Verwirrungen?! Während die klassische Astrologie analog zum Zeichen Steinbock im 10. Haus den Vater des Horoskopeigners findet und das vierte Haus analog dem Zeichen Krebs konsequent der Mutter zuordnet, behauptet die psychologische Astrologie zuweilen genau das Gegenteil. „Doch aus subtileren Gründen neige ich dazu, das 10. Haus in Verbindung mit der Mutter zu sehen.“

Einleuchtende Erklärungen für diesen Widerspruch aber liegen auf der Hand

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Dr. Christoph Schubert-Weller:
Kombination und Synthese – Die Kunst der Horoskopdeutung, Teil 5
 
3.4.1 Zugang nach Häusern

Genannt wird das jeweilige Haus, das nach der hier vorgeführten Weise analysiert wird, indem die Konstellierungen des oder der jeweiligen Haus-Herren sowie die Aspektbildungen der Planeten in dem betreffenden Haus selbst analysiert werden. Hinzu kommen weitere Bausteine und Komplexe, die eigens genannt werden. Einzelne Ansätze und Techniken (zum Beispiel die Analyse der Elementenverteilung oder der Planetenzulauf) werden hier nicht genannt, sollten aber stets mit gedacht und gegebenenfalls eingesetzt werden.

1. Haus: Selbstbehauptung, Ich .

AC und Aspekte auf AC – Sonne im Zeichen, Sonne in Aspekten, Mond im Zeichen, Mond in Aspekten.

2. Haus: Vermögen, Ressourcen, Besitz. Werthaltungen – Jupiter in Aspekten.

3. Haus: Kommunikation „Handel und Wandel”, Alltag, Lernen – Merkur im Zeichen, zusammen mit Sonne im Zeichen, Merkur in Aspekten, Mond in Aspekten.

4. Haus:  Heimat, Geborgenheit, Eltern.

AC und Aspekte (vorzugsweise Konjunktionen) zum Mondknoten (als familiärer Verbindungspunkt) in Aspekten – AC (im Sinn des „Milieus”). – Mutter: Mond im Zeichen, Mond in Aspekten, 10. Haus – Vater: Sonne in Zeichen, Sonne in Aspekten, 4. Haus (Sosein des Vaters). 9. Haus (geistiger und ideologischer Einfluss des Vaters).

5. Haus: Eros, Kreativität, Kinder/ Pädagogik.

Eros: Venus in Zeichen, Haus, Aspekten (Hingabe, Genuss), Mars in Zeichen, Haus, Aspekten (Trieb), Mond in Zeichen, Haus, Aspekten (Nähe, Gefühl), auch 8. Haus (tiefe Bindung, Leidenschaft). Kreativität: Achten auf „stark” (dominant, im eigenen Zeichen, in vielen Aspekten) stehende Signfikatoren: Merkur (Sprache, Literatur), Venus, Jupiter (Kunst) usw., Häufungen in Zeichen mit beachten (z. B. Zwillinge, Wassermann: Schreiben, Literatur; Waage, Fische: allgemein Kunst; Stier, evtl. Krebs: gegenständliche Kunst (z. B. Holz), Musikalität usw.

Kinder/Pädagogik: Mond in Zeichen, Aspekten – bestimmte Planetenposition im 5. Haus: Mond, Venus (Umgang mit Kindern), Merkur, Mars (Umgang mit Jugendlichen), Jupiter (allgemeine pädagog. Gabe), Saturn: (Umgang mit Erwachsenen).

6. Haus: Arbeit, Gesundheit.

Arbeit: Auch 2. Haus (Erwerb), 10. Haus (Berufung, Beruf), MC-Dominanzen vorzugsweise von Sonne (Organisation), Mars (Energie), Saturn (Ausdauer), Uranus (sachliche, evtl. technische Bezüge).

Gesundheit: Auch 8. Haus, Aspekte ( Konjunktion, Opposition) zum AC, AC im Zeichen, Sonne im Zeichen, Saturnstellungen – (Achtung: beim Thema Gesundheit enge Aussagegrenzen beachten, Gesundheit im Sinn der Vorsorge betonen).

7. Haus: Partnerschaft, (personale) Öffentlichkeit.

AC („So trete ich auf”), Mond, Venus, Mars in Zeichen und Aspekten. Auch 5. Haus (Eros), 8. Haus (tiefe Bindung, Verpflichtung; Leidenschaft)

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Bernhard Engler:
Die wesentlichen Details beim Neumond vor der Geburt

Betrachten Sie das reine Neumond-Horoskop nicht als eine selbständige Einheit, die Sie dann extra deuten. Es sei denn, Sie wollen eine mundane Untersuchung vornehmen. Warum? Weil dieser Neumond ja für alle Menschen gilt. Monat für Monat haben wir einen Neumond (manchmal auch zwei), der überall in der Welt gleich ist – unterschiedlich nur in der Tageszeit, je nach Land oder Ort durch die Zeitzonen. Es ist also kein Neumond, der sich zwangsläufig aus den Daten Ihres werdenden Lebens ergibt. So sind z. B. auch die Aspekte innerhalb dieses Neumond-Horoskopes überall gleich, was zählt ist der Vergleich mit den Konstellationen Ihrer Geburtsdaten.

Zum besseren Verständnis nehmen wir als Beispiel Harald Juhnke. Der letzte Neumond vor der Geburt war am 7. Juni 1929 um 14:56:19 MEZ in 16°18’ Zwillinge (drei Tage vor der Geburt). Geburtsort ist Berlin. Daraus ergibt sich die Berechnung für das Neumond-Horoskop, das somit auch für alle Bürger in Berlin gültig ist. Erst im Vergleich mit dem Radixhoroskop ergeben sich die individuellen Aussagen. Nochmals zur Erinnerung:

Was mit den verschiedenen Neumonden vor der Geburt angefangen hat, das setzt sich auch mit den sekundären Neumonden nach der Geburt fort. Wir haben es also immer mit Sonne und Mond zu tun. Deshalb ist zu schauen, wie die Entwicklung vom Tage der ungefähren Empfängnis (Konzeption) an gewesen sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt beginnt eigentlich das (verborgene) Leben und nicht erst bei der Geburt (sichtbares Leben).

In welchen Tierkreiszeichen war der Neumond? (Bei Harald Juhnke ab 10. 9. 1928 von Jungfrau bis Zwillinge); somit wird er die Qualitäten von Krebs und Löwe erst sekundär als Neumond nach der Geburt innerlich erleben.

In welchen Graden fand der Neumond statt? (Bei Juhnke: sehr oft um die 20°). Hier ist zu fragen, ob damit eine besondere Bedeutung verbunden ist. Wir nehmen es zunächst nur zur Kenntnis.

Haben sich in diesen neun Monaten bei den langsamen Planeten (Jupiter bis Pluto) im Vergleich zur Geburt gravierende Veränderungen ergeben?

• Gab es einen Zeichenwechsel?

• Gab es einen Richtungswechsel (rückläufig/direktläufig)?

Hat die Mondknotenachse das Zeichen gewechselt?

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Monika Schanz:

Theodor Fontane – Der Roman Effi Briest mit Blick auf sein Horoskop

Wem Literatur etwas bedeutet, der sollte sich hin und wieder die Frage stellen, welche Autoren seines Literaturhimmels ihm am wichtigsten sind. Er wird im Laufe der Zeit feststellen, dass manche Lieblingsdichter Sternschnuppen gleichen, die aufleuchten und vergehen, andere, wie der Mond, mal dieses und mal ein anderes Gesicht zeigen, vielleicht sogar ganz verschwinden, wenige aber nur wie Fixsterne ihren festen Platz behaupten.

Theodor Fontane ist für mich ein solcher Fixstern gewesen und geblieben. Literaturwissenschaftler halten Fontane für den größten deutschen Romanschreiber der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

Die Biografie

Theodor Fontane macht eine Apothekerlehre und wird ein Apotheker erster Klasse. In seiner „Sturm- und Drangzeit“ nimmt er an den Barrikadenkämpfen des 18. März 1848 teil. Danach gibt er den Apothekerberuf auf und wird freier Schriftsteller und Korrespondent an der Dresdener Zeitung.

1850 heiratet er Emilie Rouanet-Kummer. Sie bekommen drei Söhne und eine Tochter. Fontane lebt und arbeitet in Berlin. Die Jahre 1855 bis 1859 verbringt er in London, da er von der preußischen Regierung den Auftrag erhielt eine deutsch-englische Pressekorrespondenz aufzubauen.

Fontane schreibt für Zeitungen, verfasst Theaterkritiken und arbeitet an seinen Romanen. 1866 besucht er die böhmischen und süddeutschen Kriegsschauplätze als Kriegsberichterstatter.

Erst nach schwerer Krankheit und im Alter von 75 Jahren schreibt er 1894 seine Biografie „Meine Kinderjahre“. 1895 verfasst er den Roman „Effi Briest“. Sein letztes Werk „Der Stechlin“ beginnt er 1897. Die Buchausgabe wird jedoch erst 1899 nach  Fontanes Tod am 20. September 1898 in Berlin veröffentlicht.

Da mich sein Roman „Effi Briest“ am stärksten beeindruckt hat, möchte ich den Bezug zwischen Theodor Fontanes Horoskop und dem Inhalt dieses Romans aufzeigen.

Woran erkennen wir die Thematik der Effi Briest in Theodor Fontanes Horoskop?

Fontanes Erfolg kommt erst in späten Jahren, was durch Sonne im 6. Haus Steinbock und Saturn im 10. Haus angezeigt wird. Mit MC Fische ist u. a. die „Phantasie“ seine Berufung. Der Mond als Herrscher von AC Krebs steht im 12. Haus  Zwillinge. Dieser Mond ist ein Geschichtenerzähler. Die Geschichten sind nicht romantisch, sondern durch die Quadrate mit Pluto, Saturn und Chiron in Haus 10, sind es eher Geschichten, die ängstigen, oder sogar grauslich sind, ohne Happy End, die gesellschaftskritisch sind und Tabuthemen offen ansprechen.

Beim Lesen und Interpretieren des Romans „Effi Briest“ habe ich mich auf den Mond  konzentriert. 

Fontanes Berufung und sein Arbeitsalltag haben für mich mit den Schlüsselworten Phantasie (MC Fische), Tabuthemen (Pluto in 10), revolutionären Visionen in alltäglichen Geschichten (Uranus in 6.), mit einer Wunde in der Gesellschaft (Chiron in 10) und mit Traditionen (Saturn in 10) zu tun. Tradition, die sich überlebt hat (Saturn Konj. Pluto). Das Stellium Saturn/Chiron/ Pluto im 10. Haus hat ein Quadrat zu Uranus/Merkur/Neptun im 6. Haus Schütze sowie ein Quadrat zu Mond in 12. Mit Chiron als Vermittler zwischen „Tradition“ und „Neuen Zeiten“ muss der Schmerz, der Mangel, erst mal benannt werden, um Veränderung möglich zu machen. Chirons erste Verletzung in der Mythologie ist die Zurückweisung durch seine Mutter. Fontane schreibt in „Meine Kinderjahre“ über seine Mutter: „…erst in meinen alten Tagen ist mir der Sinn für ihre Superiorität aufgegangen. Als ich selber noch jung war, erschien mir vieles in ihrer Haltung, besonders meinem Vater gegenüber, zu hart und zu herbe, später indes habe ich einsehen gelernt, wie richtig alles war, was sie tat, vor allem auch was sie nicht tat und beklage jetzt jeden gegen sie gehegten Zweifel“ .

Bei Fontane finden wir Mond und Chiron in einem Spannungsaspekt: Bedürfnisse und Gefühle dürfen nicht ausgelebt werden, sondern werden unterdrückt (Mond in 12). Und wenn sie an die Öffentlichkeit kommen, werden schmerzhafte Erfahrungen gemacht (Chiron) oder sie sind tabuisiert (Pluto) oder entsprechen nicht der Norm (Saturn), werden in die Schranken gewiesen.

Der Irrwisch (Uranus und Effi) hat Langeweile im Alltag, möchte seine Gefühle nicht länger unter dem Deckel halten, möchte sich von der Mutter befreien (Mond Opp. Uranus), hat verrückte Ideen (Uranus/Merkur Schütze in 6.), die im Alltag allerdings Träume und Schäume werden und Enttäuschungen (Neptun) bringen (bei Effi). Fontane jedoch bringen diese Ideen in Buchform Beachtung in der Öffentlichkeit, die jedoch nicht immer positiv ist.

Das 6. und 10. Haus sind in Fontanes Horoskop stark besetzt. Die Steinbock-Sonne in 6 bildet ein Quadrat zum Mondknoten in 10 und eine Konjunktion von mehr als 10 Grad mit Neptun. Sie steht ein wenig einsam da. Das Stellium im 6. Haus mit Neptun, Uranus und Merkur im Quadrat zu dem Stellium von Pluto, Saturn, und Chiron in 10 zeigt eine starke Betonung des Arbeitsalltags, des Berufes und der Öffentlichkeit.

Fontane recherchiert gründlich, schreibt mit viel Phantasie über seine Visionen und seine Philosophie. Er schreibt auch politische Artikel in Zeitungen und ist Kriegsberichtserstatter. Er ist bis ins hohe Alter ein unermüdlicher, fleißiger Arbeiter, bleibt bei allem jedoch ein Einzelgänger. In der Ehe ist Fontane wohl auch nicht das reine Glück beschert. Ihn erinnert vieles an seiner Frau an das, was er von der Mutter kannte. Beide Frauen sind sich scheinbar sehr ähnlich in ihrer Nüchternheit (Steinbock-Venus) und in den konventionellen Anschauungen sowie in dem Mangel an Verständnis für alles, was über den Horizont des eigenen Denkens und Haushaltes hinausgeht. Im Alter leidet Fontane an Depressionen, Schlaflosigkeit und „schrecklichen Zuständen“. Dieses körperliche Unwohlsein rührt auch daher, dass er sich nach öffentlicher Anerkennung sehnt, die er nicht seinen Erwartungen gemäß bekommt. Seine „Unterbewertung“ erzeugt bei Fontane Minderwertigkeitsgefühle (Mond/Saturn). Er schreibt 1880 an seine Frau:„...Das Geheimnis ist: Man muss in Preußen etwas äußerlich sein oder haben. Nun weißt Du leider so gut wie ich, dass ich weder etwas bin noch etwas habe. Und danach richtet sich der Ton der Menschen, mit denen man verkehrt. Überall prävaliert ein Standes- oder Bourgeoisgefühl, und ich kenne keinen, der sich ganz davon frei hielte“.

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Claudia Mahlow:
Der gespaltene Mann

Saturn und Neptun stehen in der Astrologie für zwei Prinzipien, die sehr oft von Individuen als unvereinbar erlebt werden. Während Saturn das Prinzip der Abgrenzung, der Trennung, der Klarheit, Realität und Ausdauer darstellt, steht Neptun für Auflösung, Verschmelzung, Visionen, Ideale und Süchte.

Die meisten Menschen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens für eine dieser beiden Seiten, die andere Seite wandert oft in den Schatten und wird in der Folge als ein sich im Außen befindendes Übel erlebt. Wie sich eine solche Spaltung einer Persönlichkeit zeigen kann, möchte ich anhand von Hartmuts Fall darstellen.

Hartmut kam zu mir zu einer astrologischen Beratung, weil er Partnerschaftsprobleme hatte. Er fühlte sich seiner Freundin nicht sicher und eine Kartenlegerin hatte ihm versichert, dass um seine Freundin herum zwei Männer seien, die sie begehren. Und dass sie sich nicht entscheiden könne. Der eine Mann sei blond, der andere dunkel und gut situiert.

Seine Freundin fühlte sich von ihm zu Unrecht beschuldigt und die Partnerschaft war kurz vor dem Auseinanderbrechen. Hartmut liebte seine Freundin, hatte jedoch noch die beiden Männer im Kopf, die von der Kartenlegerin gelegt worden waren. Während Hartmut noch seine Ängste in Bezug auf diese beiden Männer äußerte, sagte mir meine innere Stimme ganz deutlich: Geh auf die Meta-Ebene!

Wenn ich das tue, dann könnte ich beispielsweise davon ausgehen, dass jeder Partner, mit dem wir zusammen sind, uns etwas von uns selbst spiegelt. In diesem Fall müsste auch die Partnerin von Hartmut ihm etwas spiegeln. Betrachten wir die Partnerin von Hartmut bildlich gesehen zwischen zwei Männern, so kann das bedeuten, dass ihr Animus, ihr eigener innerer Mann, gespalten ist. Eine solche Spaltung des inneren Mannes bei einer Frau kann dazu führen, dass sie in Beziehungen zu Männern immer wieder zwischen diesen beiden Polen hin und her schwankt. Das muss nicht heißen, dass sie ständig ihre Partner wechselt, dennoch kann sie von Zeit zu Zeit Sehnsucht nach dem anderen Pol verspüren, der ihr dann prompt im Außen begegnet.

Betrachten wir die Bilder der Kartenlegerin doch einmal unter dem Blickpunkt von Schwingungen.

Alles hat eine Schwingung, sei es nun ein Mensch, ein Tier, ein Gegenstand, ein Ton, ein Gedanke oder ein Gefühl. Höhere Schwingungen fühlen sich leichter an und sind heller (z. B. Liebe, Freude, Selbstlosigkeit, Natur), niedrigere Schwingungen sind schwerer und dunkler (z. B. Angst, Hass, Traurigkeit, Eigennutz, Gewaltfilme). Schauen wir uns den gespaltenen Animus von Hartmuts Partnerin an, so ist der eine Anteil heller, lichtvoller als der dunkle, gut situierte Anteil, der für eine größere Verhaftung an der materiellen Welt und für eine bessere Erdung steht. Gehen wir davon aus, dass das Spaltungsproblem nicht nur die Freundin von Hartmut betrifft, sondern auch ihn selbst, dann muss es in seinem Horoskop einen Hinweis darauf geben. Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass es in Hartmuts Partnerschaft einen Dauerkonflikt gab. Dieser Konflikt betraf den Bereich „Realität und Bodenständigkeit versus Spiritualität“.

Über die Jahre hinweg hatte sich Hartmuts Freundin immer mehr mit spirituellen Themen beschäftigt und war dadurch mit immer mehr Menschen zusammengetroffen, die ihre Interessen teilten.

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Louise Huber:
Astrologie und Esoterik: Die 7 Strahlen und das Mondknotenhoroskop

Viele Menschen glauben, Esoterik habe nur mit parapsychologischen Phänomenen zu tun, mit okkulten Praktiken wie spiritistischen Sitzungen, Hellsehen, Hypnose u. a. m. Sie wissen oft nicht, dass Esoterik eigentlich ein geistiger Weg, ein Einweihungsweg ist, den man in den antiken Hochkulturen nur in den Einweihungsschulen gehen konnte.

Durch die Geheimlehre von Helena Petrowna Blavatsky (1875) wurde dieses Wissen Ende des letzten Jahrhunderts aus den kleinen Zirkeln der Wissenden herausgetragen und an die Menschheit weitergegeben. Die Geheimlehre ist das Schlüssel-buch für alle esoterischen Richtungen geworden. Alice A. Bailey, Rudolf Steiner, Max Heindel und viele andere waren Schüler Blavatskys und haben ihr Wissen in die Welt hinausgetragen, wobei dann die verschiedenen Richtungen entstanden sind.

Heutzutage interessieren sich viel mehr Menschen für Esoterik als früher. Noch 1973 war es schwierig in unseren Astrologie-Kursen etwas über Karma und Wiedergeburt zu lehren, geschweige denn etwas über das umfassende Werk von Alice A. Bailey, das unseren esoterischen Hintergrund bildet. Während unserer sechsjährigen Tätigkeit an der Arkanschule in Genf und im Institut für Psychosynthese bei Dr. Roberto Assagioli konnten wir die Lehre von Alice A. Bailey studieren und in der Praxis erproben. Seit jener Zeit haben wir versucht, dieses Wissen in das astrologische Lehrgebäude zu integrieren und die esoterischen Ausführungen in eine Sprache zu bringen, die jeder versteht. Mit Hilfe astrologischer Denkweise war das möglich geworden. Da es sich bei der Deutung der „Sieben Strahlen“ wie auch des Mondknotenhoroskops um eine esoterische Dimension handelt, kommen wir nicht ohne entsprechendes Grundwissen aus. Deshalb werden wir aufgrund vielfachen Wunsches die grundlegenden esoterischen Zusammenhänge erläutern, die mit der Astrologie zu tun haben.

 

Was heißt Esoterik

„Esoterik“ wird vom griechischen „esoterikos“ abgeleitet, was ganz einfach „innen“ oder „verborgen“ heißt. Esoterik deutet also auf das, was hinter der äußeren Erscheinung liegt, auf unsichtbare Energien hin, die die verschiedenen Erscheinungsformen, Körper und Formen, aber auch deren Wirkungen hervorrufen. Sie bezieht sich auf die feinere Welt von Energien und Kräften, auf das Wesenhafte, das Selbst oder die Seele, die sich hinter allen äußeren Formen verbirgt. Das gilt in Bezug auf einen Menschen wie auch auf einen Planeten oder irgendein Wesen. Es kann der Organismus eines Atoms, einer Pflanze, eines Tieres oder eines Menschen sein. In jedem Falle ist der esoterische Faktor das qualitative, vitale Prinzip, aus dem jeder Organismus seine Lebensenergie bezieht. Esoterik befasst sich also mit dem Hintergrund des Lebens an sich, das alle Formen durchdringt und am Leben erhält, vom winzigen Atom bis zu den gigantischen Ganzheiten, die wir Planeten oder Sonnensysteme nennen. Deshalb ist es zunächst wichtig zu erfassen, dass jeder Mensch nur ein winziger Teil eines unermesslichen und alles umschließenden Ganzen ist, dass die Energien, die ihn und das ganze Leben antreiben, die Energien des „einen Lebens sind, in dem wir leben, weben und unser Dasein haben“. Um Esoterik verstehen zu können, muss man lernen, dass jede abgesonderte Haltung, jedes Getrenntsein vom Ganzen eigentlich nur eine Illusion ist. Vom Standpunkt der Einheit des Lebens aus gesehen stammt alles Existierende aus einer einzigen Quelle. Das Studium der Esoterik ist darum auch die Suche nach dieser Ursprungsquelle, nach dem „Weg zurück in Vaters Haus“, der in der esoterischen Literatur „Einweihungsweg“ genannt wird. Mit ihm befasst sich die esoterische Astrologie, wobei mit Hilfe der drei geistigen Planeten Uranus, Neptun, Pluto und der drei Horoskope: Mondknoten-, Grund- und Häuserhoroskop, die notwendigen Stufen, Wandlungsprozesse und Bewusstseinserweiterungen ermittelt werden können. 

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Dr. Ulrike Voltmer:
Handlung als Weg zur Heilung – Ein „höhen-medizinischer“ Ansatz

 

Mein Zweifel an vielen selbstbespiegelnden tiefenpsychologisch fundierten Therapien ist im Laufe der Jahre größer geworden. Das mögliche und vergangene „Leid der Kindheit“ muss meiner Auffassung nach nicht unbedingt bis ins Detail ans Tageslicht gehoben werden. Eher versuche ich, dem Sinn oder der gewollten Aufgabe eines Menschen mit diesem gemeinsam nachzuspüren – durch alle vergangenen Lebenswidrigkeiten hindurch.

Diese Art der Therapie kennzeichnet im Grunde einen so genannten „höhenpsychologischen“ Ansatz, wie er von Viktor E. Frankl entworfen worden ist. Den Blick von sich wegrichten, sich in der Welt und ihren Herausforderungen finden, diesen Ansatz beschreibt auch Elisabeth Lukas in ihrem Buch „Von der Tiefen- zur Höhenpsychologie“, die sich als Schülerin Frankls versteht.

Zu Beginn ihres Buches zitiert sie Frankl, der bereits 1938 eine neue Psychologie eingefordert hat, was man heute durchaus auch in Bezug auf die Medizin tun kann. Denn nicht selten stellt sich die heutige Apparate-Medizin wie eine Tätigkeit in einer Reparaturwerkstatt dar, die das Auto „Mensch“ zu warten hat und gegebenenfalls wieder flott zu machen versucht. Ersetzt man das Wort „Psychologie“ durch „Medizin“ in der folgenden zitierten Frage, dann trifft es das, was ich mit dem vorliegenden Beitrag anvisiert haben möchte: „Wo ist jene therapeutisch interessierte Psychologie, welche die höheren Schichten menschlicher Existenz in ihren Aufriss einbeziehen würde und in diesem Sinn – und im Gegensatz zum Worte von der Tiefenpsychologie – den Namen Höhenpsychologie verdienen würde?“ 2)

 

Hier ist die Rede von „höheren Schichten“ der menschlichen Existenz; Sinnsuche und -findung sind dazu die lebensbiographischen Äquivalente. Frankl meint:

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden“.3)

Dieser Ansatz ist nicht nur dem psychisch Leidenden möglich, sondern auch dem körperlich Erkrankten hilfreich – man könnte ihn „höhen-medizinisch“ nennen. Das Forschen an den vergangenen Verletzungen, den Konflikten und Versagungen, den Mängeln und auch Zerstörungen, Wunden und Schmerzen hält den Menschen an der Vergangenheit fest – und dies obwohl die Dinge meist nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Wo die körperlichen Deformationen und Fehlregulationen zu groß sind, da kann mitunter auch eine „sanfte Medizin“ ein Dahinschleppen der in der Vergangenheit gemachten „Fehler“ bedeuten. Das „ewige“ homöopathische Herumprobieren oder In-sich-Hineinhören können den Menschen, der stark zur Verwirklichung seiner Kreativität drängt, geradezu lähmen. Das gilt nicht für die Menschen, die ihre Zielhandlungen etwa in die Erkenntnis von Wirkmechanismen homöopathisch verdünnter Substanzen legen, die im Erleben subtiler Prozesse einen Erlebniswert sehen und die damit „etwas anfangen". Doch dort, wo das Interesse an der subtilen Welt der inneren psychischen und körperlichen Prozesse nicht besteht, wo nur zum Selbstzweck der Beschwerdefreiheit Homöo-pathika über Jahre genommen werden, da tritt Stillstand ein, wenn keine Perspektive vor Augen steht, da wäre es meiner Beurteilung nach manchmal eher angebracht, zu einem motivierenden Hobby zu greifen.

Die Fälle, in denen unter einem Plutotransit endlich die Operation stattfand, die von den Magenbeschwerden befreite, wo das künstliche Kniegelenk wieder Bewegungsmöglichkeit gab, wo die dritten Zähne neue Kontaktaufnahme ermöglichten, wo Kortison Zeiten von Beschwerdefreiheit gibt, in denen neuer Lebensmut gefunden werden kann, sprechen dafür, den Blick vorrangig auf sinngebende Ziele zu richten und nicht dogmatisch nur ganz bestimmte alternative Therapiewege zuzulassen. Die Astrologie ist jedenfalls keine Lehre, die von sich aus das Feld der Therapiemethoden einengen würde. Sie kann von ihrem Selbstverständnis her und aufgrund ihrer Methodik des Stützens auf das persönliche Kosmogramm nur individualistisch an Krankheitsprobleme herangehen.

Ohne das Ergründen der Richtung des eigenen Wollens, der eigenen Bedürfnisse und Zukunftshoffnungen werden die Ziele, die die Hemmungen und vergangenen Versagungen und Wunden vergessen lasen, nicht gefunden. Frankl meint: „Ignorieren kann ich etwas letzten Endes nur, wenn ich daran vorbei auf etwas Positives hin agiere.“ 4) 

Zum einen beinhaltet dies durchaus das Wissen darum, an was vorbei ich agiere; das bedeutet nicht Verdrängung, sondern Akzeptanz des „So-Seins“, wie es nun einmal ist. Zum zweiten benötigt diese Vorstellung das Fühlen und Erkennen der eigenen Willensrichtung. Der Kranke, der diese allerdings nicht spüren, suchen und finden kann, für den mag ein anderer Heilungsweg (zusätzlich) in Betracht kommen. Dogmatisch will ich auch „meinen Weg“ nicht verstanden wissen.

Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 23

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Beatrix Braukmüller, geprüfte Astrologin DAV + Heilpraktikerin für Psychotherapie

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