|
Katja Langer: Die drei Kreuze im Horoskop
Ständiger Widerspruch und Streit: Opposition und Quadrat
Das Horoskop ist in zwölf Häuser aufgeteilt, die wiederum zusammen zu jeweils drei Tierkreiszeichen die vier Quadranten bilden. Die Häuser entsprechen jeweils vom 1. bis zum 12. Haus den Qualitäten der Tierkreiszeichen Widder bis Fische. Im Folgenden fokussieren wir einen bestimmten Aspekt der Quadranten, um zu erkennen, was diese gemeinsam haben.
Gemeinsam haben die Quadranten, dass sie sich jeweils aus drei Häusern zusammensetzen, was uns wiederum an die Dreifaltigkeit und die heilige Drei erinnert.
Das Tao Te King, übersetzt von Richard Wilhelm, sagt uns über die Drei:
Der Sinn erzeugt die Eins. Die Eins erzeugt die Zwei. Die Zwei erzeugt die Drei. Die Drei erzeugt alle Dinge.
Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle und streben nach dem Licht, und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie.
Jeder Quadrant beinhaltet ein 1. Haus, ein 2. Haus und ein 3. Haus oder anders gesagt, ein Haus am Anfang, eines in der Mitte und eines am Ende. Wenn wir den Tierkreis als „Rohkreis“ betrachten und ihn in vier Quadranten teilen, dann haben wir parallel dazu ein erstes Tierkreiszeichen, ein zweites und ein drittes. Zwecks sprachlicher Vereinfachung sprechen wir an dieser Stelle hauptsächlich über die Häuser. Die jeweilige Qualität gilt aber genauso für die Tierkreiszeichen.
Die Anfangshäuser stehen sich einerseits gegenüber und andererseits stehen sie im Quadrat zueinander, d. h. im Winkel von 180° und im Winkel von 90°. Dieselben Winkelbeziehungen haben auch die Mittelhäuser und die Endhäuser eines Quadranten zueinander. Nun verbinden jeweils die ersten, zweiten und dritten Häuser eines Quadranten ganz bestimmte Qualitäten miteinander, nach denen sie auch benannt sind:
Kardinale Häuser: Alle ersten Häuser oder Anfangshäuser, also das 1., 4., 7. und das 10. Haus. Demnach also auch Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Man denke an das lateinische Wort „cardines“ für „Eckpunkte“.
Fixe Häuser: Alle zweiten Häuser oder Mittelhäuser, also das 2., 5., 8. und das 11. Haus. Demnach also auch Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann.
Bewegliche Häuser, auch fallende Häuser genannt: Alle dritten Häuser oder Endhäuser, also das 3., 6., 9. und 12. Haus. Demnach also auch Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische.
So können wir feststellen, dass wir in einem Tierkreis und in einem Horoskop drei Kreuze haben:
• Das kardinale Kreuz • Das fixe Kreuz • Das bewegliche Kreuz
Jedes Kreuz trägt vier Zeichen in sich, die einander ergänzen, bedingen und widersprechen. Hier, wie auch in der Tatsache, dass es sich um vier Quadranten, also um die vier Seinsebenen des Lebens handelt, finden wir ebenfalls eine heilige Zahl: die Vier. Sie symbolisiert das große Kreuz allen Seins und der Materie. Und zugleich schließt sie alle Widersprüche innerhalb der Einheit wieder ein.
Was bedeuten diese Bezeichnungen nun im einzelnen?
„Kardinal“ bedeutet „in Gang bringend“. Die kardinalen Energien sind also allgemein von der Qualität her antreibende, ansto-ßende und auffordernde Kräfte, die Neues in Gang und in Fluss bringen können.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
Dr. Christoph Schubert-Weller: Kombination und Synthese - Die Kunst der Horoskopdeutung
Katharina: Skizzen zu einem komplizierteren Fall Betrachten wir das Horoskop von Katharina. Wie ist Katharinas Lebensgefühl in Partnerschaften? Fühlt sie sich glücklich in ihrer (jeweiligen) Lebensbeziehung?
Der erste Blick mag auf Saturn als den Herrn von 7 gehen, Saturn selbst steht im 4. Haus in Opposition zum Mond. Das könnte Beschränkung, Herzeleid bedeuten, speziell mit Blick auf Partnerschaft. Der Fall liegt aber schon technisch schwieriger und erst recht von der Deutung her.
Der erste Blick ist natürlich nicht falsch. Saturn als Signifikator für den Partner steht gespannt zum Mond. Der Mond ist zu-gleich ein doppelt starker Ich-Punkt der Horoskop-Eignerin, weil er Herr des 1. Hauses ist. Der Lebenspartner (Saturn als Herr von 7) ist wahrscheinlich eine Herausforderung für Katharina selbst. Und da der Mond im 10. Haus steht und so im weitesten Sinn auch die berufliche oder allgemein öffentliche Position von Katharina anspricht, ebenso den ureigenen Lebensweg, ist der gewählte Lebenspartner gerade auch da eine Herausforderung.
Nun ist im weiblichen Horoskop die Sonne ein natürlicher Signifikator für den „Ehemann“, den Lebenspartner, ähnlich wie der Mond im männlichen Horoskop natürlicher Signifikator auch für die „Ehefrau“, die Lebenspartnerin ist.
In Katharinas Horoskop steht die Sonne im Trigon zum Mond und im Sextil zu Saturn, sie entspannt die Mond-Saturn-Opposition. Der Ehe- bzw. Lebenspartner wird zwar durchaus auch als schwierige und – Mond/Saturn – tragische Herausforderung erlebt. Aber er hat gleichzeitig eine stabilisierende, Sicherheit gebende Funktion. Die Sicherheit bezieht sich auf die emotionale Seite (Sonne Trigon Mond, Sonne im Mondzeichen Krebs), aber auch auf die materielle Seite (Sonne im 2. Haus).
So weit sind wir „technisch“ vorgegangen, haben über gegebene Verknüpfungen im Horoskop die eher ambivalente Sicht der Horoskopeignerin auf Partner und Partnerbeziehung geworfen. Es kommt ein Motiv hinzu, dass sich kaum über eine technische Verknüpfung erschließt, sondern eher über das Fehlen einer solchen.
Wie sieht eigentlich die erotische Seite in Katharinas Leben aus? Und was könnte das mit dem Lebenspartner zu tun haben?
Wir sehen zuerst das Sextil von Venus zur Mars-Uranus-Konjunktion am Aszendenten (AC). Katharina will – Venus in Jungfrau, Mars in Krebs – gewissermaßen behutsam „erschlossen“ werden, taucht dann aber wahrscheinlich ganz ein in eine sinnliche, leidenschaftliche Erotik mit spielerisch-experimentellen Komponenten.
Alle drei Planeten, Venus, Mars und Uranus, stehen dominant. Venus ist Herrin des 5. Hauses, an dessen Spitze Neptun steht. Die sinnlich-erotische Seite ist bei Katharina recht stark konstelliert mit einer Tendenz zur schwelgerischen Hingabe. Sonne und Mond in wässrigen Zeichen sprechen zusätzlich für diese hingebende Seite in der Erotik von Katharina.
Von den „technisch“ erschlossenen Verbindungen her ahnen wir, dass Katharina dem Lebenspartner zumindest mit einem emotionalen Vorbehalt begegnet – Saturn als Herr des 7. Hauses in Opposition zum Mond.
Wir können nun überlegen, ob Katharinas wohl starke erotische Interessen undBedürfnisse diesen emotionalen Vorbehalt beim Lebenspartner überwinden, oder ob Katharina diese Bedürfnisse anderweitig zu erfüllen sucht. Ein gefühlsbezogener Vorbehalt, das Gefühl, häufiger vom Partner gekränkt zu werden, wie bei Mond-Saturn-Opposition in Katharinas Fall gut denkbar, stellt oft auch die gemeinsame Erotik in Frage. An Katharinas Horoskop fällt jedenfalls auf, dass die erotische Seite und die lebenspartnerliche Seite eher unverbunden nebeneinander stehen.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
Rolf Freitag: Der Tierkreis als Yang-Yin-Schwingung
Als ich mit dem Studium der Astrologie begann, hat mir nichts so viel Schwierigkeiten bereitet wie die eindeutige Beschreibung und saubere Abgrenzung der beiden Tierkreis-Energien Wassermann und Fische. Der Grund lag aber nicht an meinem mangelhaft entwickelten Unterscheidungsvermögen, sondern daran, dass die diesen beiden Energien zugeschriebenen Eigenschaften sich teilweise überlappten. In vielen astrologischen Lehrbüchern konnte man Merkmale wie Humanität, soziales Engagement, Toleranz und Menschenfreundlichkeit sowohl auf der Wassermann-Seite als auch bei den Fischen finden. Wie soll man da zu einer klaren Begriffsbildung kommen?
Ich hatte auch meine Probleme mit der Schütze-Energie, die in allen Lehrbüchern mit so viel guten Eigenschaften versehen wurde, dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass eine Planetenstellung im Schützen so etwas wie den Hauptgewinn im astrologischen Lotto bedeutete: Kameradschaftlichkeit, Offenheit, Schwung, Optimismus, Charisma, Unternehmungsgeist, Sportlichkeit, Gelehrsamkeit, Bildung, Moral, Gerechtigkeitssinn, Philosophie, Religion – was will man mehr? Wenn nicht zufällig meine eigene Sonne im Schütze-Zeichen stehen würde, hätte ich vielleicht das Studium der Astrologie aus purer Eifersucht bei einer solchen Bevorzugung einer Tierkreisenergie schon gleich am Anfang abgebrochen.
Ziemlich unklar blieb auch die Erklärung der Waage-Energie, die einerseits als Schönheit, Harmonie, Geselligkeit, Anmut und Beliebtheit, andererseits aber auch immer wieder sehr direkt als „Liebe“ vorgestellt wird, während doch gleichzeitig der Skorpion als die Energie der Bindungsfähigkeit gilt. Ist denn „Liebe“, die ja richtig verstanden immer eine feste Beziehung beinhaltet, letztendlich dasselbe wie „Beliebtheit“?
Es hat einige Jahre gedauert, und es mussten große Schwierigkeiten überwunden werden, bis ich mit dem Schützen und der Waage ins Reine gekommen bin. Das gilt auch für die Energien von Wassermann und Fische, die ich endlich so deutlich zu unterscheiden gelernt hatte, dass gerade diese Unterscheidung zur Grundlage meiner eigenen Astrologie – Astrologie & Transaktionsanalyse – werden konnte.
Mir war von Anfang an bewusst, dass die genaue Kenntnis aller 12 Grundenergien das Fundament der astrologischen Arbeit bildet. Die Tierkreis-Energien sind die kleinsten Bausteine, mit denen jede Methode arbeiten muss, und darin werden mir vermutlich alle Astrologen beipflichten. Umso unzufriedener war ich mit der Situation in den astrologischen Lehrbüchern, denn dort war diese Klarheit absolut nicht zu finden, was sich bis zum heutigen Tag aus meiner Sicht nicht geändert hat.
Mir ist natürlich die grundlegende Schwierigkeit bewusst, dass nämlich keine Tierkreis-Energie für sich allein existiert und deshalb auch nicht in der Realität des Lebens einfach isoliert beobachtet werden kann. Immer sind es Mischungen von vielen Grundenergien, die das Horoskop durch Zeichen- und Häuserstellung und durch die oft recht zahlreichen Aspekte symbolisch zum Ausdruck bringt.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
Sabine Bends: Das Mond-Tagebuch
Wer wirklich etwas aus erster Hand über Astrologie und sich selbst lernen möchte, dem empfehle ich, ein Mondtagebuch zu führen. Das ist auch für Anfänger der Astrologie leicht zu bewerkstelligen. Es setzt lediglich die Kenntnis des eigenen Horoskops voraus, also der Horoskopzeichnung. Sie sollten die Tierkreiszeichen und Planetensymbole kennen und immer wissen, in welchem Zeichen der Mond gerade steht. Dies ist mit der Hilfe eines Mondkalenders zu bewerkstelligen, oder auch über die Website www.mond.de. Auch fortgeschrittenen Astrologen kann ich diese Art der Selbstbeobachtung empfehlen – ich lerne jedesmal wieder etwas mehr über mich und vor allem darüber, wie meine Gefühle „funktionieren“.
Aufgrund seines schnellen Umlaufs im Tierkreis – der Mond benötigt 27,75 Tage für alle 12 Tierkreiszeichen, das heißt im Durchschnitt 2,3 Tage pro Zeichen (dies sind mal 2, mal 2,5 Tage) – können wir den Mond und wie er uns persönlich berührt, in unserem Alltag gut beobachten.
Auch die symbolische Bedeutung des Mondes bewirkt, dass seine Themen uns sehr nahe sind: Er steht für die Stimmung, die Emotion und das Gefühl, für unser Bedürfnis nach Nähe, Verbindung, Geborgenheit und Entspannung, für unser Ernährungsverhalten und die Bedürfnisse unseres inneren Kindes; er steht für unser Unterbewusstsein und unser reaktives, gewohntes Verhalten.
Wenn wir also Tagebuch darüber führen, wie wir uns fühlen, welche Stimmungen wir durchlaufen und welche Reaktionen und Verhaltensweisen wir an uns feststellen, hat dies sehr viel mit dem Mond zu tun, sowohl mit unserem Geburts-Mond und unserer generellen emotionalen Gestimmtheit als auch mit dem laufenden, sprich transitierenden Mond, der nichts weiter als eine ständige Spiegelung unserer innersten Gefühlsregungen ist. Es ist für die Selbstbeobachtung und kritische Selbstwahrnehmung ungeheuer hilfreich und für das persönliche astrologische Verständnis äußerst erhellend, den Mondstand im Zeichen und im Bezug zu persönlichen Planeten zu verfolgen und die eigenen Verhaltensweisen entsprechend zu verstehen. Oft wird dem laufenden Mond nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, da er keine langfristigen Prozesse widerspiegelt und höchstens als Auslöser für einschneidende Ereignisse dient.
Doch Astrologie wird im oft so unspektakulären Alltag gerade über die Beobachtung des Mondes und seine Reflektion in uns intuitiv spürbar, greifbar und erlebbar. Denn Gefühle sind nicht abstrakt, dafür müssen wir nicht denken, sondern nur in uns hineinhorchen.
Mir passiert es häufig, dass ich mich von einem bestimmten Gefühl regelrecht überrollt fühle. Eben noch war alles anders, und auf einmal ist es da, dieses innere Ge-stimmtsein. Ohne äußeren Anlass breitet es sich in mir aus und nimmt allen Raum ein, den ich ihm gewähre. Mittlerweile weiß ich schon, ohne den genauen Mond-stand im Tierkreis zu verfolgen, wo er ge-rade in meinem Horoskop steht, weil ich die Qualität des Gefühls kenne, das sich da in mir rührt. Auch Gefühle haben Rhyth-men. Gerade, in diesem Moment, wo ich dies schreibe, fühle ich mich dem Mond so nah, so verbunden, als wäre er mein persönlicher Wegweiser. Ich schaue in die Ephemeride, um zu sehen, wo er gerade steht, und siehe da: Er steht minutengenau auf meinem MC, dem Punkt meines Lebensweges, dem ich zustrebe.
Vielleicht kann ich auch Sie dafür begeisstern, sich diesem einfachen, alltäglichen inneren Erspüren der kosmischen Zusam-menhänge und Zyklen zu öffnen.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
Beatrix Braukmüller: Neptun-Transite – Sehnsucht nach Verschmelzung
Neptun-Transite sind schwer definierbar, und jeder erlebt diese Transite anders. Neptun wirkt grenzauflösend und verschleiert den Blick für die Realität. Das heißt, wir neigen unter diesen Transiten dazu alte Strukturen aufzulösen, was jedoch nicht immer bewusst geschieht.
Unklarheit und Verwirrung können sich genauso bemerkbar machen wie Wunschvorstellungen und Idealismus bis hin zu Illusionen. Oftmals ist der Blick für das Wesentliche getrübt und wir laufen Gefahr, uns etwas vorzumachen, zu hohe Erwartungen zu haben und Hoffnungen zu hegen, die nicht in Erfüllung gehen, was durchaus eine Enttäuschung zur Folge haben kann. Im schlimmsten Fall können wir zu gutgläubig sein und uns ausnutzen lassen – oder wir neigen dazu auf Kosten anderer zu leben. Ursache für diese Sicht-
weisen, Stimmungen und Reaktionen kann der Wunsch nach Verschmelzung sein, der Wunsch etwas für seine Mitmenschen zu tun, ihnen zu helfen und „mit allem eins zu sein“. Unter Neptun-Transiten steht das eigene Ego nicht mehr so stark im Vordergrund. Wir lassen uns von anderen Menschen faszinieren, können uns verlieben und auf „Wolke Nr. 7“ schweben. Das heißt auch, die materielle Sichtweise tritt oftmals zugunsten der spirituellen Entwicklung in den Hintergrund; Träume
wollen verwirklicht werden, Visionen entstehen.
Ist jemand jedoch sehr auf materielle Werte fixiert, kann es sein, dass er all das verliert, woran er so sehr hängt, das er aber aus höherer Sicht nicht mehr braucht. Möglicherweise legt er sein Geld falsch an, geht Betrügern auf den Leim, oder er muss sich von Besitz trennen, denn Materie bindet. Und genau diese Bindung an die Materie können Neptun-Transite lösen.
Aus diesem Grund besteht oft auch Angst vor so genannten „schlimmen“ Transiten, womit die Spannungsaspekte gemeint sind, insbesondere vor denen der langsam laufenden Planeten von Saturn bis Pluto, und die Befürchtung, was diese wohl „anrichten“ oder auslösen könnten. Und bei Neptun weiß man ja nie, was auf einen zukommt...
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass Transite nur das auslösen können, was im Geburtshoroskop angelegt ist, das heißt, wenn im Geburtshoroskop zum Beispiel Aspektverbindungen zwischen Langsamläufern und persönlichen Planeten bestehen, dürfte auch die Wirkung der Transite dementsprechend spürbar sein.
Transite zeigen an, wie die universellen Kräfte auf uns, bzw. auf unser Radix-Horoskop wirken. Transite stellen einen planetarischen Zyklus dar, der immer existiert, da sich die Planeten fortwährend weiterbewegen. Unser Geburtshoroskop ist ein so genanntes Transithoroskop, das exakt auf den Zeitpunkt unserer Geburt berechnet wurde und in dem die Konstellationen an unserem Geburtstag festgehalten wurden. Diese präsentieren symbolisch gesehen unsere Anlagen und Fähigkeiten. Da wir uns weiterentwickeln und Zyklen unterliegen – wie die Natur – können Transite Einfluss auf unser Schicksal haben, wenn sie einen Aspekt zu unseren Radix-Planeten bilden. Die Auswirkung der Transite ist jedoch völlig unterschiedlich – je nach Niveau und Lebenseinstellung des Horoskop-Eigners (HE).
Nehmen wir an, jemand hat im Radix– Horoskop ein Sextil zwischen Sonne und Neptun und bekommt nun den Neptun-Transit ins Quadrat zur Sonne. Sonne Sextil Neptun spricht dafür, dass der HE Einfühlungsvermögen und Kreativität besitzt, guten Zugang zu seinen Gefühlen hat und empfindsam bis träumerisch veranlagt ist. Durch das Quadrat des laufenden Neptun zur Sonne werden diese Anlagen aktiviert – jetzt kommt Neptun der Sonne in die Quere – was den HE durchaus verunsichern kann, da er seine Vorstellungen hinterfragen oder überprüfen muss, weil nicht mehr alles ganz unbeschwert verläuft.
Auf der körperlichen Ebene können sich Müdigkeit und Energiemangel bemerkbar machen. Der HE kann zwar lustlos sein, dürfte aber dennoch nicht aus der Bahn geraten, denn ihm ist die Neptun-Energie von Geburt an vertraut.
Bei Neptun-Transiten zur Sonne geht es immer um die Findung der eigenen Identität auf einer höheren Ebene, um die Auflösung von Begrenzungen, aber nicht um die Loslösung aus der Realität. Es geht darum seine eigene Realität zu finden, über Grenzen hinauszuwachsen, sich mit seinen (unbewussten) Wünschen zu befassen und Spiritualität zuzulassen.
Die Transite der langsam laufenden Planeten (Jupiter bis Pluto) über persönliche Planeten und über die kardinalen Achsen sind immer spürbar, auch dann, wenn im Geburtshoroskop kein Aspekt beseht. Das möchte ich an den nächsten Beispielen aufzeigen.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
Monika Schanz: Thomas Mann – Der Zauberer und sein Zauberberg
1. Die Geburtszeit
Beim Recherchieren der Geburtszeit stolperte ich über folgende biografische Aussage: Thomas Mann schreibt in einem Brief, er sei wie Goethe kurz vor Mittag geboren. Da unterschiedliche Geburtsuhrzeiten existieren, schrieb ich an die Thomas-Mann-Gesellschaft in Lübeck und bekam die standesamtlich beurkundete Geburtszeit von 10.15 Uhr, was zwar nicht kurz vor Mittag ist, aber den Jungfrau-Aszendenten von Thomas Mann bestätigt, dessen Sonne sich im 10. Haus Zwillinge befindet und mit dem Trigon zu Jupiter im 3. Haus u. a. auf ein gewisses Geltungsbedürfnis hinweist.
Thomas Mann ist 23 Jahre alt, als er seinen Roman „Die Buddenbrooks“ schreibt, der ihn schon in jungen Jahren berühmt und wohlhabend werden lässt. Er beschreibt eine Gesellschaft, die im Untergang begriffen ist. – Ein Thema, das immer wieder in Manns Werken zum Ausdruck kommt und zu Pluto/Venus am MC Stier passt. Die Zeit der Feudalherrschaft geht zu Ende. In der Übergangszeit bis zur Weimarer Republik wird ein schlimmer Krieg, der 1. Weltkrieg, über Europa kommen. In dieser Zeit beginnt Thomas Manns Eingriff in die Geschehnisse des öffentlichen Lebens durch Ansprachen und Aufsätze. Seine eher zögernde Hinwendung zum Humanismus Goethes verknüpft er mit einem geistigen Weltbürgertum, das in seinem Werk „Der Zauberberg“ (1924) zum Ausdruck kommt.
2. Thomas Manns Horoskop und 3. seine Biografie
Thomas Mann wird am 6. Juni 1875 in eine Lübecker Kaufmannsfamilie hinein geboren. Der Vater ist Getreidehändler, ein vornehmer Mann. Er wird mit „Euer Wohlweisheit“ angeredet, ist die „rechte Hand“ des Bürgermeisters und bringt es früh zu Ansehen und Ehre. (Sonne als Vatersymbol in 10 Trigon Jupiter). Die Mutter ist als Deutsch-Brasilianerin im Urwald aufgewachsen. Sie ist künstlerisch begabt, kann singen und Klavierspielen und ist „die schönste Frau der Stadt“. (Mond als Muttersymbol im 11. Haus Krebs Sextil Venus und Quadrat Jupiter).
„Meine Kindheit war gehegt und glücklich“ schreibt Thomas Mann später. Auch zu seinen vier Geschwister hat er ein harmonisches Verhältnis (Spitze 3. Waage, Jupiter in 3 und Merkur Konj. Mond in 11).
Thomas Mann liebt es bis ins Erwachsenenalter lange und viel zu schlafen. „Ich glaube es, denn ich erinnere mich, den Schlaf und das Vergessen geliebt zu haben zu einer Zeit, da ich noch kaum etwas zu vergessen hatte…“ (Merkur als Herr vom AC; AC Trigon Neptun in 9). Auch ist Thomas Mann ein mäßiger bis „fauler“ Schüler. Das Katharineum in Lübeck verlässt er ein Jahr vor dem Abitur (Merkur Quadrat Mondknoten-Achse 9/3). Er bildet sich lieber auf ungewöhnliche und gemütliche Weise (Merkur Konj. Mond 11. Haus Krebs, Mond Sextil Venus, Quadrat Jupiter und Sextil MC), und liest viel, z. B. Werke von Schiller, Heine, Goethe, französische Literatur und bald von auch Schriften Nietzsche und Schopenhauer.
Sein Vater stirbt 1891. Er hat vor seinem Tode die Firma und das Vermögen liquidiert. Durch das väterliche Erbe ist Thomas Mann finanziell unabhängig und kann sich schon in jungen Jahren dem Schreiben und dem Reisen widmen (Jupiter in 3; Herr von 8. = Erbe ist Neptun in 9 = Reisen/Horizonterweiterung; Venus als Herrin von 3 und 10 im 9. Haus). 1898 erscheint der erste Erzählband von Thomas Mann „Der kleine Herr Friedemann“ bei S. Fischer in Berlin. Mit AC Jungfrau ist Thomas Mann ein scheuer, komplizierter Mensch mit gesundem Menschenverstand (Merkur Konj. Mond; in 11 Krebs).
Erotische Abenteuer stellen vielleicht von Anfang an eine Bedrohung für ihn dar, da sie nicht der „Norm“ entsprochen hätten. (Venus Quadrat Uranus in 12; Venus Konj. Pluto am MC Stier; Mars in 5 Steinbock Trigon Neptun). Er hält sich an Nietzsche und empfiehlt einem Jugendfreund:
„Es ist ein langsames, behutsames Schwächen und Abdorrenlassen des Triebes nötig, wobei alle möglichen intellectuellen Kunstgriffe mithelfen, die einem der Selbsterhaltungsinstinkt suggeriert. … Du hast Zeit, und der Trieb zur Ruhe und Selbstzufriedenheit wird die Hunde im Souterrain schon an die Kette legen.“ (IC Skorpion Konj. LilithOpp.PlutoKonj. Venus am MC.)
Mit seinem autobiografischen Roman „Die Buddenbrooks“ hat sich Thomas Mann in jungen Jahren einiges von der Seele geschrieben und ist dadurch berühmt geworden (Sonne in 10 Zwillinge Trigon Jupiter in 3 Waage; Sonne Sextil UR). Er schreibt gern und viel. So sollten „Die Buddenbrooks“ ursprünglich nur 250 Seiten umfassen, es wurden aber fast 700 Seiten daraus. (Der Name „Buddenbrook“ stammt übrigens von einer Figur aus Fontanes Roman „Effi Briest“.) Die drei Jahre, in denen Thomas Mann an seinem Werk schreibt, verbringt er größtenteils in Italien. 1901 wird der Roman bei S. Fischer veröffentlicht. Nach kurzen Startschwierigkeiten verkauft sich das Werk überraschend gut und macht Thomas Mann schnell zu einem Nationalschriftsteller. Er erhält für diesen Roman 1929 den Nobelpreis für Literatur – während der Jupiter-Transit durch sein 10. Haus wandert.
Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in Astro-Forum sternzeit Nr. 25
|